Private Equity, Credit Funds, REIT: 3 alternative Investments im Überblick

Wenn dein Unternehmen erfolgreich ist, wird sich das automatisch über kurz oder lang auch für deine privaten Finanzen lohnen. Doch auch da wird es wieder knifflig: Irgendwann kommt vielleicht der Punkt, an dem du dir all deine Wünsche erfüllt hast, das Geld fließt jedoch immer noch. Dann wirst du vielleicht die Euros „gut lagern“ wollen. Eine Möglichkeit von vielen sind alternative Investments.

Denn, machen wir uns nichts vor, vieles (allerdings definitiv nicht alles) von dem, was die Experten unter „klassische Finanzprodukte“ verbuchen, lohnt sich heute nicht mehr. Vornehmlich, weil die Zinsen durch die Vorgaben der EZB schon seit Jahren miserabel sind und es wohl dank Corona und den damit verbundenen Mindereinnahmen und staatlichen Zusatzausgaben auch noch für einige Zeit bleiben werden.

Im Zusammenspiel mit der neuerdings steigenden Inflation bedeutet das: Bei vielen klassischen Methoden vermehrt sich das Geld nicht bloß nicht mehr, sondern verliert dabei kaum weniger an Kaufkraft, als würde man es zuhause in Form von Geldbündeln unter der Matratze deponieren. Angesichts dessen treten alternative Investments ins Blickfeld, von denen wir dir auf den kommenden Zeilen einige wichtige vorstellen.

Alternative Investments, klassische Investments: Was ist was?

Das Thema Investment füllt nicht nur ganze Studienfächer, sondern auch Bibliotheken. Aus diesem Grund können wir dir hier natürlich nur eine stark verkürzte Erklärung liefern. Ganz grob (und auch nicht allgemeingültig) zeigt sich die Sachlage folgendermaßen:

  • Klassische oder traditionelle Investments umfassen solche Finanzprodukte, die von Banken vertrieben werden. Außerdem solche, die sich um normale börsennotierte Unternehmen drehen. Typischerweise unterliegen sie irgendeiner Form von staatlicher Kontrolle, meist der Bankenaufsicht.
  • Alternative Investments hingegen stehen grundsätzlich jenseits von Bankinstituten. Bei ihnen geht es häufig (wenngleich nicht immer) um keine herkömmlichen Vermögenswerte und sie sind meist von den Gezeitenströmungen der Märkte entkoppelt.

Dabei kannst du dir generell merken, dass alternative Investments immer auf höchstmögliche Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, ein wichtiges Abgrenzungsmerkmal. Viele müssen deshalb sehr aktiv gemanagt werden. Ihr Vorteil ist, dass man praktisch jederzeit einsteigen kann. Allerdings kommt dies zu dem Nachteil, dass das Risiko vergleichsweise hoch ist, weil hier weniger staatliche Kontrollmechanismen greifen und viele dieser Investments sich nicht schnell wieder zu Geld machen lassen. Obendrein gehören alternative Investments zu den komplexeren Finanzprodukten.

Für dich ergeben sich daraus drei wichtige Merkmale:

  1. Alternative Investments sollten nur einen Teil der Gesamtinvestition darstellen.
  2. Auch innerhalb dieses Feldes sollte das Geld breit gestreut werden.
  3. Laien benötigen unbedingt einen Partner, der sich umfassend mit der Materie auskennt.

Hierzu ist auch wichtig zu wissen, dass sogenannte Spezialfonds (kurz für spezielle alternative Investmentfonds oder Spezial-AIFs) nur einer (semi-)professionellen Anlegergruppe offenstehen und von Privatleuten nicht erworben werden dürfen.

Private Equity: Geld für Unternehmer

Wie bereits erwähnt bedeuten alternative Investments nicht automatisch, dass es sich dabei um Produkte handelt, die man nur kennt, wenn man ein erfahrener Finanzexperte ist. Private Equity ist nicht nur ein hervorragendes Beispiel hierfür, sondern auch eine der größten homogenen Gruppen innerhalb des alternativen Investierens.

Denn letzten Endes geht es hierbei immer nur um eines: eine Finanzierungsform für Unternehmen, weshalb vielleicht auch du schon in der Frühphase deiner Firma damit Kontakt gemacht hast – auf der Empfängerseite, als dir beispielsweise jemand Wagniskapital gegeben hat, weil die reguläre Bank nicht genug oder auch gar nichts als Kredit geben wollte.

Wir halten also fest: Bei Private Equity aus Investorensicht geht es immer darum, einem privatwirtschaftlichen Unternehmen Beteiligungskapital zu geben. Dadurch erkauft man sich praktisch umfassende Einflussmöglichkeiten, ohne jedoch beispielsweise zu einem Gesellschafter zu werden.

Grundsätzlich gibt es hierbei zwei Möglichkeiten:

  • Das Geld wird direkt von einer Privatperson einem Unternehmen zur Verfügung gestellt, ohne Mittelsmann.
  • Das Geld wird in eine Gesellschaft investiert, welche als eigentlicher Investor auftritt. Dabei handelt es sich um Spezialisten, die sich auch häufig gezielt auf eine bestimmte Klasse fokussieren; etwa Investments in Immobilienprojekte.

Letzteres ist dabei die deutlich häufigere Vorgehensweise und hat auch den Vorteil, dass die Auswahl der Projekte, in die investiert wird, von Fachleuten gemanagt wird, die sich ausschließlich mit diesem Thema befassen – also gerade für Einsteiger die deutlich bessere Variante; falls du nicht gerade einen Unternehmer kennst, mit dem du direkt in Kontakt treten kannst.

Neben dem Thema Wagniskapital spielt dabei vor allem das Thema Mezzanine-Kapital eine große Rolle. Dabei handelt es sich um Geld, welches durch die Investoren ähnlich wie bankbasierte Fremdmittel vergeben wird, aber im empfangenden Unternehmen wie Eigenkapital behandelt werden kann – hier zeigt sich ein wichtiger Vorteil alternativer Investments auf der Empfängerseite.

Private Dept Funds: Kredite jenseits der Banken

Um dir dieses Investitionsprodukt zu erklären, ist es nötig, kurz auf das Thema Bankenrecht einzugehen. Seit 1988 wurden von einem Konsortium der Notenbanken der bedeutendsten Wirtschaftsnationen (dem sogenannten Basler Ausschuss für Bankenaufsicht) bislang drei Regelwerke ausgearbeitet, die als Basel I bis III bzw. IV durchnummeriert sind.

Immer geht es im Kern dabei darum, dass dem Bankenrecht unterliegende Finanzinstitute in den teilnehmenden Nationen jederzeit eine bestimmte prozentuale Mindestsumme an Eigenkapital vorhalten müssen. Das soll verhindern, dass Kreditinstitute zahlungsunfähig werden, was wegen ihren Verflechtungen katastrophale Kettenreaktionen nach sich ziehen kann.

Das bringt uns direkt zu Kreditfonds oder eben Private Dept- bzw. -Credit Funds: Durch die Basel-Regeln können Banken nicht so viel Geld verleihen, wie sie theoretisch könnten, möchten und wie Unternehmen es brauchen – die Leidtragenden sind vor allem solche Firmen, die eine eingeschränkte Bonität haben (ohne allerdings automatisch schlecht zu laufen). Diese Bedarfslücke ist ein Grund, warum das Thema private Equity seit etwa dem Jahrtausendwechsel so groß geworden ist. Sie ist zudem auch ein Grund, warum es Kreditfonds gibt.

Denn sie gehören zu den bereits erwähnten AIFs und machen ihr Geld damit, Mittel ganz ähnlich wie Banken zu verleihen – wobei sie jedoch nicht dem Bankenrecht unterliegen und deshalb sowohl von Befürwortern wie Kritikern teils als Schattenbanken bezeichnet werden; ohne dass der Begriff jedoch automatisch negativ konnotiert sein müsste. In Deutschland sind diese Fonds erst seit einer Gesetzesänderung 2016 ein Thema, haben seitdem aber ein enormes Wachstum erlebt.

Auch hierbei ist es nötig, einen entsprechenden Fonds zu finden und sich bewusst zu sein, dass das Thema Kredit nur ein Oberbegriff ist. Hierunter fallen beispielsweise Fonds, die nur Schiffe finanzieren (helfen) oder solche, die ausschließlich in der Landwirtschaft tätig sind.

REITs: Geld machen mit dem Wohnungsmarkt

Sicherlich weißt du, dass der Immobilienmarkt nicht nur in Deutschland schon seit Jahren hohe Wellen schlägt. Dahinter stecken einige wesentliche Gründe:

  • Immer mehr Menschen zieht es in die Städte.
  • Der Staat hat sich seit den 1990ern stark aus den Bereichen Wohnungsbau und -betrieb zurückgezogen.
  • Durch die Niedrigzinslage wurde es gleichzeitig sehr günstig zu bauen.

Hier kommen nun REITs ins Spiel: Real Estate Investment Trusts oder auf Deutsch ein Konzern für Immobilieninvestments.

Dabei haben REITs grundsätzlich einen einzigen Fokus: Sie betreiben (und gegebenenfalls errichten) Immobilien mit dem vornehmlichen Zweck, sie zu vermieten oder zu verpachten. Manche REITs verkaufen zwar auch Immobilien, im Kern geht es jedoch darum, im Stil einer Wohnungsgesellschaft zu agieren. Das heißt, Immobilien zu bewirtschaften, dafür Anleger ins Boot zu nehmen und Gewinne an diese auszuschütten. Allerdings sei unterstrichen, dass Wohnungen nur ein möglicher Teil sind. Hier gibt es zahlreiche Vorgehensweisen bis hin zu REITs, die Rechenzentren bewirtschaften.

Dabei handelt es sich zumindest hier in Deutschland auch um eine ziemlich sichere Anlagemethode. Denn deutsche REITs unterliegen einer speziellen, nur für sie geschaffenen Gesetzgebung, die sie nur operieren lässt, wenn sie börsennotierte Aktiengesellschaften sind. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Mieteinnahmen in Form von Gewinnen auszuschütten; REITs sind deshalb primär ihren Anlegern verpflichtet, wodurch Ausschüttungsquoten von fast 100 Prozent üblich sind und nur ein geringer Teil zum Betrieb des REITs einbehalten wird.

Allerdings solltest du auch wissen, dass REITs in einigen Kreisen, vornehmlich bei Mietern, nicht sonderlich beliebt sind. Viele machen diese Trusts dafür verantwortlich, dass die Mieten in den vergangenen Jahren so sehr gestiegen sind (auch wenn dieser Vorwurf deutlich zu kurz greift).

Fazit zu alternativen Investments

Das Thema Investment ist mittlerweile enorm groß, extrem vielschichtig und hochkompliziert. Das bedeutet für dich vor allem, dass du dich in keines der möglichen Felder ahnungslos vorwagen solltest. Allerdings heißt es auch, dass du keine Angst haben oder dich von einem Investment fernhalten solltest, nur weil es komplex klingt. Solange du die wichtigste aller Regeln beachtest, nämlich „niemals alle Eier in einen Korb zu legen“, ist Investment nichts, was du nur deinem Bankberater überlassen müsstest – allein schon, weil du dort wahrscheinlich nicht alles geboten bekommst, was dein Geld wirklich noch vermehrt.

 

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