Unternehmensführung: Alle Infos im Überblick

Wer ein Unternehmen gründet, egal ob einen kleinen Ein-Mann-Betrieb oder eine größere Firma, oder in einem bestehenden Betrieb in die Chefetage aufsteigt, ist in der Unternehmensführung tätig. Als Unternehmensführer trägt man nun jede Menge Verantwortung und ist unter anderem für das Erreichen der Unternehmensziele verantwortlich. Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über alle wichtigen Infos zur Unternehmensführung.

Was ist die Unternehmensführung?

Unter der Unternehmensführung versteht man zum einen die Personen, die das Unternehmen leiten. Oft handelt es sich dabei um Gesellschafter. Andererseits bezeichnet der Begriff die Tätigkeit der Führung an sich, also das Managen bzw. Leiten des Unternehmens. Das Management hat die Aufgabe, durch Tätigkeiten, Planungen und Kontrolle die Unternehmensziele zu verwirklichen. Bei den Unternehmenszielen geht es nicht immer nur um den Gewinn, sondern auch um eine Umsetzung der Unternehmenswerte, zu denen zum Beispiel auch Aspekte wie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gehören können.

Die Aufgaben der Unternehmensführung

Strategische Unternehmensführung

Wie der Begriff schon nahelegt, geht es bei der strategischen Unternehmensführung darum, eine Strategie für das Unternehmen zu entwickeln, mit der die Unternehmensziele erreicht werden können. Für neu gegründete Unternehmen geht es in diesem Bereich zum Beispiel darum, einen Markenkern auszuarbeiten und eine Corporate Identity zu bestimmen. Das heißt, die Unternehmensführung arbeitet die Charakteristiken des Unternehmens heraus und legt fest, was es von anderen Firmen unterscheidet.

Zur Corporate Identity wiederum gehören verschiedene Unterbereiche wie u. a. das Corporate Design, das die visuelle Visitenkarte des Unternehmens ist. Ein Kernbereich der strategischen Unternehmensführung ist des Weiteren das Angebot des Unternehmens: Die Unternehmensführung muss festlegen, welche Waren oder Dienstleistungen jetzt und zukünftig angeboten werden sollen. In dem Zusammenhang muss die Unternehmensführung immer den aktuellen Markt der Branche im Blick behalten und bei Bedarf Anpassungen an der Strategie vornehmen. Schließlich setzt man in der strategischen Unternehmensführung auch die Zukunftsziele des Unternehmens fest und bestimmt, wo dieses in einem Jahr oder in fünf Jahren stehen soll.

Operative Unternehmensführung

Bei der operativen Unternehmensführung geht es nun darum, wie sich die strategischen Ziele realisieren lassen. Zuallererst wird bestimmt, welche Ressourcen für das Erreichen der Ziele nötig sind. Ressourcen sind zum Beispiel Geräte und Maschinen sowie Finanzmittel. Darüber hinaus geht es in keinem Unternehmen ohne fähige Mitarbeiter, die es verstehen, diese Ressourcen zielführend einzusetzen. Die Unternehmensführung muss wissen, welche Angestellten der Betrieb braucht und um über welche Fähigkeiten diese verfügen müssen.

Wie bei den Trainern einer Mannschaft, ist es Aufgabe der Unternehmensführung, die Mitarbeiter bestmöglich einzusetzen, damit am Ende das Unternehmensziel erreicht wird. Treten irgendwo Schwachstellen auf, muss die Unternehmensführung eingreifen und die Prozesse optimieren. Das kann in Sachen Mitarbeiter zum Beispiel durch Schulungen oder die Einstellung zusätzlicher Fachkräfte erfolgen. Im Rahmen der Prozessoptimierung sorgt die Unternehmensführung dafür, dass die Mannschaft so gut es geht, zusammenspielt und alles so reibungslos funktioniert wie bei einer gut geölten Maschine.

Sozialkompetenz als Teil der operativen Unternehmensführung

Weil die Mitarbeiter in fast allen Branchen die wichtigste Ressource des Unternehmens sind, gehört zu einer guten Unternehmensführung natürlich auch eine gute Sozialkompetenz. Schließlich muss die Belegschaft auf die Unternehmensziele eingestimmt und stetig motiviert werden. Nicht jeder Unternehmensführer ist jedoch der geborene Coach, um bei dem Vergleich des Unternehmens mit einer Mannschaft zu bleiben. Deswegen werden in größeren Firmen gerne spezielle Mitarbeiter eingestellt, die sich um die Angestellten auf sozialer Ebene kümmern. Diese sorgen dafür, dass alle Angestellten die Unternehmenswerte und -ziele verinnerlichen und ihr Bestes für den Unternehmenserfolg geben. Kommt es zu Problemen, zum Beispiel durch Streit zwischen einzelnen Mitarbeitern oder unzufriedenen Angestellten, kümmern sie sich um Lösungen, damit nicht das ganze Unternehmen darunter leiden muss.

Führungspersönlichkeiten auf sozialer Ebene sorgen also für ein gutes Betriebsklima und ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, in dem sich jeder gut aufgehoben fühlt. Schließlich geben Angestellte gerne jeden Tag aufs Neue ihr Bestes, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird. Zu einem angenehmen Arbeitsklima trägt auch eine gewisse Transparenz bei, indem Angestellte über Pläne und Veränderungen der Unternehmensführung regelmäßig informiert werden. Die Unternehmensführung tut also gut daran, die Mitarbeiter stets fair, respektvoll und auf Augenhöhe zu behandeln, damit diese gerne vollen Einsatz für das Unternehmen zeigen.

Das Controlling – die Überprüfung der Unternehmensziele

Ob das Unternehmen zuverlässig auf dem Erfolgsweg in Richtung Unternehmenszielen ist, muss natürlich regelmäßig kontrolliert werden. In diesem Bereich ist analytisches Denken gefragt, denn es geht um nackte Zahlen. Alle Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens müssen klar analysiert werden. Alleine bei den Ausgaben kommen schon unterschiedliche Kostenpunkte zusammen, zum Beispiel Investitionskosten, monatliche Fixkosten für Ladenmiete, Gehälter und Versicherungen sowie variable Kosten für Arbeitsmaterialien, benötigte Waren usw.

Letztlich geht es beim Controlling darum, aus allen Kennzahlen die richtigen Schlüsse zu ziehen und gegebenenfalls nötige Maßnahmen für eine Kurskorrektur zu ergreifen. Stellt man zum Beispiel fest, dass Ausgaben in einem gewissen Bereich höher sind, als bei der Planung veranschlagt, gilt es die Ursache herauszufinden und aktiv gegenzusteuern. Eventuell ist ein Zulieferer des Unternehmens schlicht zu teuer, dann gilt es, ihn durch einen günstigeren Zulieferer zu ersetzen. Das Controlling ergänzt als dritter Stützpfeiler die strategische und operative Unternehmensführung. In kleinen Betrieben muss die Unternehmensführung sich selbst darum kümmern, hat der Betrieb eine gewisse Größe werden dagegen gerne Fachkräfte für das Controlling eingesetzt.

Die Unternehmensfinanzen

Bei der Unternehmensführung geht es natürlich auch viel um das gute Geld. Gründer müssen schon im Businessplan auch einen Finanzplan erstellen, in dem sie ihren eigenen Finanzbedarf berücksichtigen. Des Weiteren ist für jedes Unternehmen ein Liquiditätsplan sinnvoll, der der dabei hilft, die Finanzen im Auge zu halten und alle anfallenden Ausgaben berücksichtigt. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen jederzeit zahlungsfähig bleibt und nicht plötzlich Engpässe auftreten, weil die Unternehmensführung den einen oder anderen Kostenpunkt nicht einkalkuliert hat.

Beim Thema Unternehmensfinanzen geht es auch darum, was zu tun ist, wenn einmal zu wenig Geld in der Kasse ist und wie sich überschüssiges Kapitel bestmöglich anlegen lässt. Laufen die Geschäfte fortwährend gut und steht eine Expansion an, taucht der Begriff der Wachstumsfinanzierung auf. Hierbei geht es darum, Kapital für zum Beispiel neue Firmenstandorte zu beschaffen, was u. a. durch Bankkredite oder Investoren möglich ist. In größeren Firmen kümmern sich Experten um alle Finanzsachen des Unternehmens, in kleineren Betrieben muss die Unternehmensführung selbst alles Finanzielle stets im Blick haben. Hier sind also mehr als nur gute Buchführungskenntnisse gefragt.

 

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