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Was Markus Lombardozzi in 18 Jahren Unternehmertum in Südafrika für seinen Neustart als Franchisenehmer gelernt hat

Markus Lombardozzi ist seit sechs Monaten Franchisenehmer und bringt reichhaltig Erfahrung aus einer früheren 18-jährigen Selbstständigkeit sowie einer Angestelltenkarriere bis hoch in die Vorstandsebene mit in unser Gespräch. Noch dazu hat Markus 40 Jahre in Südafrika gelebt und dort seine ersten unternehmerischen Erfahrungen sammeln dürfen. Was er aus all diesen Erfahrungen für das neue Unternehmertum als Franchisenehmer bei Mail Boxes Etc. gelernt hat, darüber sprach ich mit ihm auf der FranchiseExpo in unserem Podcast-Bus.
Markus Lombarduzzi

(Audio 20:07 Min)

Geboren wurde Markus Lombardozzi in Südafrika. Er hat dort 40 Jahre lang gelebt und eine Ausbildung gemacht, die in Deutschland am ehesten mit der Hauptschule zu vergleichen ist. Anschließend wechselte er nach zwei Jahren im Militär schließlich ins Berufsleben. Erst im Angestelltenverhältnis und dann schon bald in einer Selbstständigkeit.


Aus Sicht von Markus hat ein Unternehmer mit steigender Erfahrung zunehmend mehr Potenzial ein guter oder vorbildhafter Unternehmer zu sein.

“Der Erfolg liegt in der Langjährigkeit mit der man eine Sache macht.”

In seinem Fall sind es 18 Jahre Selbstständigkeit und 15 Jahre Anstellung in einem Unternehmen, wo er es bis in den Vorstand schaffte.

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Ausgebremst durch den Arbeitgeber

Gestartet ist er nach der Schulausbildung und dem Militär in Südafrika mit mehreren Versuchen in verschiedene Richtungen. Bis er dann eine Nische im Bereich der Sonderreinigung fand. Innerhalb dieser Nische machte er sich mit jungen Jahren in Südafrika selbstständig.

Auslöser war – wie so häufig – die gefühlten Grenzen als Angestellter. Er konnte keine neuen Ideen einbringen und voranbringen, denn sie wurden von seinem Arbeitgeber nicht angenommen. Dabei war er sich sicher, dass sie funktionieren würden.

 “Dann habe ich mir gedacht, wenn es nicht richtig ist, dann merke ich es in den Ergebnissen von meinem eigenen Unternehmen”

Wichtig dabei war für den damals 27-jährigen Markus, dass er sich etwas sucht, was möglichst einzigartig ist. So fand er Formeln und Lösungen im Bereich der Reinigung für Sachen, die es bislang nicht gab.

Als junger Unternehmer mit dem Kopf durch die Wand

Von großen Zweifeln war Markus Lombardozzi in jungen Jahren wenig geplagt. Aus heutiger Sicht würde er sich wünschen, dass er als junger Unternehmer sich ein wenig mehr vor manchen Herausforderungen gefürchtet hätte.

“Man ist halt jung und denkt, man kann alles schaffen und “geht nicht, gibt’s nicht!”.”

Und doch sieht er ein, dass er aus Fehlern gelernt hat. So hat er den noch vor ihm liegenden Aufwand und die Mühen unterschätzt, nachdem er ein neues Reinigungsverfahren gefunden hatte, welches er vermarkten wollte.

Er dachte, er würde in Kürze reich. Er wurde schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.

Dominanz als gute Unternehmer-Eigenschaft, wenn man sie begrenzen kann

Sein Wichtigstes Learning aus jungen Jahren beschreibt Markus darin, etwas mehr Bodenständigkeit gefunden zu haben.

 “Einfach ein bisschen bodenständiger sein, ein bisschen demütiger sein, ein bisschen zuhören, anstatt da reinzukommen und zu sagen “Ich bin die Lösung all Ihrer Probleme und das kostet so viel!”

Bodenständigkeit ist besonders dann wichtig, wenn man bereits ein Konzept im Kopf hat und vor seinem geistigen Auge schon ein riesengroßes Unternehmen sieht.

Das ermöglichte es ihm, bei seinem späteren Start als Franchisenehmer zur Akquise von Tür zu Tür zu gehen und Klinken zu putzen. Dabei konnte er zuhören, lernen und wichtige Details über sein neues Geschäft und seine Zielgruppe in Erfahrung bringen. Es scheint, als hätte ihm diese Qualität in jungen Jahren einige Sachen erleichtern können.

Eine solche dominante Persönlichkeit ist für Markus eine gute Eigenschaft. Aber man muss lernen, wann und wie zu begrenzen ist.

Der Verkauf des eigenen Unternehmens

Nach 18 Jahren Unternehmertum wurde es in Südafrika gefährlicher. So verkaufte Markus sein Unternehmen und wanderte mit seiner Frau nach Europa aus.

Dabei stellte Markus fest, dass beim Verkauf des eigenen Unternehmens – seines Babys – viele Emotionen mit im Spiel sind. Man hat viel Energie reingesetzt und sieht auf eine lange Historie zurück. Heute würde Markus immer dazu raten, dass man die Formeln und Regeln der Unternehmensbewertung kennt, um von Beginn an danach zu arbeiten und jederzeit zu wissen, was das Unternehmen wert ist. Selbst wenn man nicht akut verkaufen möchte.

Die größte Herausforderung beim Unternehmensverkauf war, dass er selbst elementarer Teil dessen war. Viele hatten Interesse an dem Unternehmen, allerdings nur wenn er noch für einige Jahre ein Teil davon bliebe. Das passte nicht mit den Plänen des schnellen Auswanderns zusammen.

Es ist wichtig sich rausziehen zu können und zu zeigen, dass das Unternehmen auch ohne Einen selbst läuft. Selbst wenn man nicht absehbar verkaufen möchte, spätestens zur Rente kann es Thema werden.

Neustart in Europa im Angestelltenverhältnis

Mit seiner Frau ging es für Markus im Zuge der Auswanderung zunächst nach England, denn seine Frau sprach kein Deutsch und Markus nur begrenzt. In England fand er ein Unternehmen und fing unten mit dem Aufbau seiner Karriere an. Nach mehreren Beförderungen und Umzügen kam Markus mit der Firma nach Deutschland. Dort stieg er auf Vorstandsebene auf.

Sehnsucht nach Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten als Unternehmer

Im Sommer 2018 stieg er aus. Er sehnte sich nach mehr Freiheit und wollte selbst etwas gestalten. Wenngleich er noch nicht wusste, was es konkret werden könnte. Gleichzeitig hatte seine Frau gesundheitliche Herausforderungen, so dass ein radikaler Wechsel zur obersten Priorität wurde.

Seit Mai 2019 ist Markus Lombardozzi nun Franchisenehmer bei Mail Boxes Etc. Somit hat er nun beides erlebt: Die Existenzgründung allein mit einer eigenen Idee, und die Selbstständigkeit im Franchising. Also der Übernahme eines bestehenden Geschäftskonzeptes anstatt Verwirklichung einer eigenen unerprobten Geschäftsidee.

Der Unterschied zwischen traditioneller Selbstständigkeit und Franchisenehmertum

Unterschiede sieht er darin, dass einige der zuvor beschriebenen Herausforderung bei der traditionellen Gründung eines eigenen Unternehmens sich mit der Übernahme eines Konzepts erledigen. Man erhält als Franchisenehmer vieles direkt an die Hand.

Fehlgriffe werden vermieden

Das einfachste Beispiel ist die Suche nach einem passenden Kassensystem. Fehlgriffe und “ich hätte mich für das Andere Entscheiden sollen” als Gedanke entfallen, wenn der Franchisegeber sich mit der Frage bereits beschäftigt hat und die Sache durchdacht hat.

Natürlich wird auch dann noch weiter verbessert und optimiert. Selbst wenn es zu einem Wechsel kommen sollte, wird man als Franchisenehmer dabei unterstützt und steht nicht als Einzelunternehmer mit allen Problemen alleine da.

Vorhandene Strukturen als Vorteil im Franchise

Markus wollte Struktur erhalten und nicht ganz von vorne neu anfangen. Teilweise auch weil er nun in einem für ihn fremden Land war. Somit stand er vor noch mehr Herausforderungen, was alles herauszufinden war.

“Die Lernkurve ist, wenn man als Einzelunternehmer anfängt, eine riesen Ablenkung.”

Die Suche nach einem System mit ausreichend Freiheiten

Gleichzeitig war ihm wichtig, auch im Franchising seine Freiheiten zu behalten.

Bei Mail Boxes Etc. hat er unheimlich viele Freiheiten. Er kann sich aussuchen, welches Geschäft er annehmen möchte und was er machen will. Er kann sich sogar Schwerpunkte innerhalb der angebotenen Geschäftsfelder aussuchen. Mehr Grafik oder mehr Logistik. Und doch kriegt er das alles mit einer Struktur dahinter in die Hände gelegt.

Sofortiger Start mit Angestellten

Heute ist er so aufgestellt, dass ein angestellter Center-Manager den Laden führt und Markus für Akquise und Vertrieb zuständig ist. So muss er sich nicht selbst über alles Gedanken machen. Gibt es Probleme im Operativen, kann der Center Manager das z.B. mit der IT von Mail Boxes Etc. klären.

Der Franchisegeber hat ihm im Vorfeld die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt und Vor- und Nachteile benannt, je nachdem ob man mit oder ohne Center Manager starten möchte. Dieser erzeugt zu Beginn höhere Kosten aber gleichzeitig bleibt dem Unternehmer mehr Zeit für Akquise.

Vom Vorstand zurück zu den Menschen

Die ersten Monate waren für Markus mit Spaß verbunden. Er konnte von der Vorstandsebene runterkommen und draußen auf der Straße von Tür zu Tür gehen und mit den Menschen sprechen. Der gebotenen Franchise-Struktur ist er sehr dankbar, weil es ihm ermöglicht, schneller zu wachsen als im Unternehmertum als totaler Einzelkämpfer.

“Diese zeitraubenden Erfindungen, wie ich mein System aufstellen möchte, das habe ich nicht!”

Aus Sicht von Markus stehen die Kosten beim Eintritt in ein Franchisesystem in einem guten Verhältnis zu dem was man dann als Struktur bekommt. Gleichzeitig ist der Preis als Franchisenehmer eine reduzierte Freiheit. Hier lohnt es sich Energie in die Auswahl des passenden Franchisesystems zu stecken. Denn diese sind unterschiedlich straff organisiert.

Shownotes

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