019 – Chef sein: Als Gründer in die Rolle reinwachsen
Personal zu finden und zu managen kann Herausforderung und Freude zugleich sein.

Lennart Frische ist selbstständiger Franchise-Partner von Mail Boxes Etc. (MBE) und war auf der Franchise Expo in Frankfurt a.M., um "sein" System zu repräsentieren. Dafür ist er bestens geeignet, ist er doch seit 15 Jahren erfolgreicher Partner des Unternehmens. Er hat seinen Franchise-Vertrag bereits einmal verlängert und betreibt nun acht Standorte gemeinsam mit einem Freund.

(Audio 9:21 Min)

Lennart Frische war nicht immer selbstständig und hat ursprünglich mal Jura studiert, aber nie als Jurist gearbeitet. Zunächst war er gar nicht begeistert, als ein Freund, den er bereits seit der Schulzeit kennt, mit der Idee Franchise-Partner bei MBE zu werden, auf ihn zukam, erzählt er im Gespräch. Nach drei Tagen Recherche hatte sich seine Meinung aber geändert.

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MBE-Franchise: „Das hört sich doch gar nicht so doof an…“

Der Freund, der beruflich in anderen Städten tätig war, hatte die Idee sich mit ihm selbstständig zu machen. Er wollte zurück nach Bremen und war auf der Suche nach einer guten Gelegenheit, das auch beruflich vereinbaren zu können. Das Konzept von MBE sieht vor, dass man zu zweit arbeitet, häufig gibt es einen Inhaber und einen Angestellten, aber man kann auch mit zwei Inhabern und ohne Angestellte starten und genau das haben Frische und sein Freund damals getan.

Gründen zu zweit: Vorteile überwiegen

Lennart Frische sieht bis heute vor allem Vorteile in der Gründung zu zweit, auch wenn man sich logischerweise auch die Erträge teilen müsse. Nachteile sieht er nicht, wenn man die Aufgaben untereinander vernünftig aufteilt, findet Frische.

Dass es mal mehrere Betrieben geben soll, war für die beiden von Anfang an klar und daher auch Bestandteil des Franchise-Vertrags mit MBE, erklärt Frische. Der Ursprung für den Gedanken mindestens zwei Standorte zu führen war, dass beide Freunde langfristig je einen managen könnten. Nun sind es mittlerweile acht Standorte geworden, worüber sie sich natürlich freuen.

Vom Gründer zum Chef

Sie haben mittlerweile festangestellte Mitarbeiter an den acht Standorten sowie Auszubildende. Insgesamt sind es ca. 30 Angestellte, weiß Lennart Frische. Auch die soziale Verantwortung spiele jetzt natürlich eine Rolle. Er freut sich, dass mittlerweile sogar frühere Auszubildende Festangestellte geworden sind.

Es sei aber schon eine Herausforderung nach und nach immer mehr Angestellte zu finden und diese zu managen. Man müsse die richtigen Leute finden, denn egal in welchem Business man sich selbstständig mache, so Frische, steht und fällt doch alles mit dem Personal. Stehen sie hinter der Marke? Setzen die das, was man vorlebt auch wirklich um? Wenn das nicht funktioniert, bekomme man über kurz oder lang ernsthafte Probleme, ist er sich sicher.

Es sei durchaus eine Herausforderung mit Personal zu arbeiten, aber es mache auch Spaß mit Menschen zu arbeiten. Insbesondere junge Menschen als Auszubildende an den Beruf heranzuführen, findet Frische eine tolle Aufgabe.

Motivation im Alltag als Unternehmer

Einen wirklich kritischen Moment seit der Gründung habe er noch nicht erlebt. Natürlich gebe es aber die typischen Probleme, mit denen die meisten Selbstständigen sicher zu kämpfen hätten: Wenn zum Beispiel mal Rechnungen nicht bezahlt werden.

Man habe ja eine Verantwortung gegenüber den eigenen Leuten, man möchte das Unternehmen weiter voranbringen. Außerdem auch eine Verantwortung gegenüber den Kunden und Mitarbeitern. Das treibt ihn an: Frische ist froh jeden Tag seiner Arbeit nachgehen zu können.

Der MBE-Franchisenehmer ist dreifacher Papa und verheiratet, das sei durchaus ein Ausgleich. Sein Hobby ist außerdem der Fußball, wenn auch nicht als aktiver Teilnehmer: Er ist Dauerkartenbesitzer für Werder-Bremen. Wenn seine Frau bzw. seine ganze Familie nicht hinter ihm und der Selbstständigkeit stehen würden, dann würde es aus seiner Sicht überhaupt nicht funktionieren. Man arbeite schon mehr als die übliche 40-Stunden-Woche, auch wenn man sich die Zeit in gewissen Bereichen sicherlich freier einteilen könne. Das findet er sich aber auch nicht schlimm. Man kann sich von dem erarbeiteten Geld schließlich auch schöne Urlaube mit der Familie leisten, die einen Ausgleich schaffen.

Fazit

Hat er auch mal eine schlechte Entscheidung getroffen, die er gerne rückgängig machen würde? Im Kleinen schon, im Großen nicht, zieht Frische Resümee. Das gibt er anderen Gründern mit auf den Weg:

„Man muss mutig sein, man muss engagiert sein, man muss wirklich hart arbeiten – vor allem in der Startphase. Aber wenn man dran bleibt, dann stehen einem die Türen offen.“

Shownotes

Das Franchisesystem Mail Boxes Etc.:

https://www.unternehmer-gesucht.com/mail-boxes-etc/