Joint Venture: Zusammenschluss mehrerer Unternehmen

In den Medien wird häufiger über ein sogenanntes Joint Venture berichtet. Gemeint ist damit ein Zusammenschluss von zwei oder mehreren Unternehmen, welcher der zukünftigen Kooperation dient. In der Regel gibt es ein gemeinsames Ziel der Unternehmen, welches durch die Zusammenarbeit verfolgt wird.

In unserem Beitrag erfährst du, worum es sich bei einem Joint Venture handelt und wie dieses funktioniert. Darüber hinaus erläutern wir, was bei der Gründung eines Joint Venture zu beachten ist, welche Joint Venture Kategorien es gibt und worin eigentlich der Unterschied zwischen einem Joint Venture und Franchise besteht.

Was ist ein Joint Venture?

Joint Venture auf Deutsch bedeutet soviel wie „gemeinsames Wagnis“. Die Joint Venture Definition beinhaltet, dass es sich dabei auf Grundlage des Handelsrechts um einen Zusammenschluss mehrerer (mindestens zweier) Unternehmen handelt. Darüber hinaus sieht das Joint Venture vor, dass die Kooperation deshalb stattfindet, damit die Unternehmen ein gemeinsames Ziel erreichen.

Rechtlich ausgedrückt ist das Joint Venture ein spezielles Vorhaben, an dem mindestens zwei Unternehmen teilnehmen, die sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich unabhängig voneinander sind. Dabei wird nicht nur das Risiko geteilt, sondern ebenfalls die Verantwortung für das entsprechende Vorhaben.

 

Wie funktioniert ein Joint Venture?

Die rechtliche Basis für ein Joint Venture ist der Joint Venture Vertrag. In diesem Vertrag sollten einige wichtige Bestandteile enthalten sein und Fragen beantwortet werden, wie zum Beispiel:

  • Geschäftsführung der Joint Venture Gesellschaft
  • Eventuelle Wettbewerbsverbote und Werbeverbote
  • In welchem Umfang erhält wer Informations- und Auskunftsrechte?
  • Klauseln zur Vertraulichkeit und Geheimhaltung
  • Regelungen zur Abfindung, falls das Joint Venture beendet wird

Joint Venture Beispiele aus der Praxis

In der Praxis kommt es häufiger vor, dass ein Joint Venture gegründet wird. Oftmals ist dies der Fall, wenn ein oder mehrere Unternehmen im Ausland neu am Markt auftreten möchten oder generell Fuß fassen wollen. Ein klassisches Beispiel für ein solches Joint Venture lieferte in der Vergangenheit der bekannte Automobilhersteller Daimler.

Dieser gründete ein Joint Venture mit dem aus China stammenden Hersteller Beigi Foton Motor. Der chinesische Hersteller versprach sich durch die Kooperation einen höheren Bekanntheitsgrad. Das Ziel des deutschen Automobilherstellers bestand hingegen vorwiegend darin, seine Position am chinesischen Markt auszubauen.

Info
Bei einem Joint Venture handelt es sich um den Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Ein klassisches Beispiel ist die Ausweitung der Geschäftstätigkeit im Ausland, sodass mit einem ausländischen Unternehmen eine Kooperation eingegangen wird.

Gründung eines Joint Venture

Voraussetzung für die Gründung eines Joint Venture ist, dass sich mindestens zwei Unternehmen dazu entschließen, zukünftig – in der Regel zeitlich befristet – zusammenzuarbeiten. Im Vordergrund steht ein gemeinsames Vorhaben, welches im entsprechenden Joint Venture-Vertrag festgelegt werden muss.

Im Zusammenhang mit der Gründung gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten, wie zum Beispiel:

  • Konzept des Unternehmens
  • Verteilung von Gewinnen, Verlusten und Risiken
  • Management- und Führungsaufgaben
  • Organe der Gesellschaft
  • Gesellschaftsform

Eine wichtige Entscheidung ist die Rechtsform, in der das Joint Venture zukünftig am Markt agiert. Da es sich um ein rechtlich selbstständiges Unternehmen handelt, ist im Prinzip jede gängige Gesellschaftsform und somit Rechtsform bei einem Joint Venture möglich. Dazu zählen beispielsweise die GmbH, die Aktiengesellschaft oder auch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

Joint Venture Kategorien

Joint Venture lassen sich in mehrere Kategorien unterteilen, und zwar auf Grundlage der folgenden Eigenschaften:

  • Kooperationsformen
  • Branchenausrichtung
  • Räumliche Dimension

Eingeteilt nach Kooperationsformen werden Joint Venture insbesondere unterschieden in Equity und Contractual JV. Soll hingegen eine Einteilung nach Branchenausrichtung erfolgen, so lauten die Joint Venture Kategorien in der Regel: Horizontales, konzentrisches, konglomerates und vertikales Joint Venture. Auf Basis der räumlichen Dimension lassen sich Joint Venture insbesondere nach domestic (nationale) und internationalen JV unterscheiden.

Joint Venture vs. Franchise: die Unterschiede

Oftmals ist nicht unbedingt klar, worin die Unterschiede zwischen einem JV und Franchise bestehen. Ein großer Unterschied besteht darin, dass beim Franchise der jeweilige Franchisenehmer eine Lizenz seitens des Franchisegebers erhält, um dessen Marke verwenden zu können. Beim Joint Venture hingegen schließen sich zwei oder mehr voneinander völlig unabhängige Unternehmen für ein bestimmtes Projekt zusammen.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Teilnehmer beim Joint Venture eine deutlich umfangreichere Selbstbestimmung haben, als es bei Franchise-Systemen der Fall ist. Mitunter gibt es am Markt mittlerweile auch Joint Venture Franchise-Modelle, die im Prinzip die Vorteile aus beiden Gesellschaftsformen und Marktmodellen miteinander vereinen. Einen ausführlichen Abschnitt speziell zum Thema Joint Venture und Franchise hat das FranchisePORTAL verfasst.

Vorteile und Nachteile eines Joint Venture

Bevor du dich für ein Joint Venture entscheidest, solltest du die Vor- und Nachteile betrachten:

  • Verteilung des Risikos auf mehrere Schultern
  • Steigerung des Bekanntheitsgrades
  • Fuß fassen auf anderen Märkten
  • Synergie-Effekte, beispielsweise Bündelung von Produktionsstätten
  • Kosten einsparen

Zu den wesentlichen Nachteilen hingegen zählen:

  • Hoher Koordinationsaufwand
  • Langwierige Entscheidungsprozesse
  • Sprachliche Konflikte (bei internationalen Joint Venture)
  • Interkulturelle Konflikte (bei internationalen Joint Venture)

Fazit

Ein Joint Venture ist sinnvoll, wenn zwei oder mehrere Unternehmen ein gemeinsames Ziel verfolgen. Die Gründung kann in Form verschiedener Rechtsformen erfolgen. Das Joint Venture ist in aller Regel zeitlich befristet und sollte für alle beteiligten Unternehmen Vorteile beinhalten. Trotzdem gibt es einige Nachteile, die du vor dem Eingang eines solchen Zusammenschlusses kennen solltest.

 

Bildquelle: pixabay.com / bertholdbrodersen