Kein Gewinn ohne Break Even Point

Die Produktion einer Ware zieht zwangsläufig Produktionskosten und andere Kosten nach sich. Die Kosten für die Produktion hängen dabei sowohl von fixen als auch von variablen Bestandteilen ab. Diese Kosten müssen durch den Verkaufserlös gedeckt werden. Je mehr von einem Produkt abgesetzt wird, desto höher fallen auch die damit verbundenen Erlöse aus.

Ab einem gewissen Punkt, dem sogenannten Break Even Point, sind die Kosten und erzielten Erlöse für die erzeugte Ware gleich hoch. Ist dieser Punkt erreicht, so kann folglich ein Gewinn erzielt werden. In der Betriebswirtschaft spielt dieser Break Event Point daher eine ganz besondere Rolle.

Was ist der Break Even Point?

Wichtig

Sind die gesamten Kosten für die Produktion einer Ware gleich hoch wie der zu erwartende Erlös, so spricht man vom Break Even Point, der Gewinnschwelle oder der Nutzenschwelle.

Der Begriff stammt aus der Wirtschaftswissenschaft und bildet die Grundlage für die Produktionstheorie sowie für unternehmerische Entscheidungen. Er kommt auch im Businessplan vor. Durch die Berechnung des Break Even Points ist es möglich, jene Absatzmenge zu definieren, die erreicht werden muss, um in die Gewinnzone zu kommen.

Die Berechnung der Gewinnschwelle ist sowohl für den Produktionsprozess als auch für die Kostenrechnung ein wichtiger Faktor. Außerdem kann damit abgeschätzt werden, ob sich die Produktion eines spezifischen Guts überhaupt lohnt.

Die Break Even Analyse

Die Ermittlung des Break Even Points (BEP) dient in erster Linie der Break Even Analyse. Durch die Berechnung kann die Mindestabsatzmenge bestimmt werden. In der Wirtschaftsmathematik wird der BEP als Nullstelle der Gewinnfunktion betrachtet. Die Nullstelle ist erreicht, sobald Erlöse und Kosten deckungsgleich sind.

Die Gewinnschwelle ist vor allem bei getätigten Investitionen von Unternehmen interessant. Ab dem Zeitpunkt, wo der Break-even erreicht wird, kann das Unternehmen auch Gewinne erwirtschaften. Um festzustellen, ob und wann sich eine Investition rechnet, kann die Break Even Analyse herangezogen werden. Für Investitionsrechnungen werden erwartete Umsätze und  Kosten zusätzlich diskontiert.

Gerade für Start-up-Unternehmen ist die Berechnung des Break-evens von besonderer Bedeutung. In der ersten Zeit des Unternehmens fallen nämlich häufig kaum Gewinne an. Mit der Berechnung des Break Even Points ist es jedoch möglich, mittelfristig zu planen und eine genaue Kostenkontrolle aufzustellen. Aus diesem Grund wird die Berechnung des Break Even Points auch im Controlling durchgeführt.

Ferner dient der Break Even Point auch als Maßstab für die Absatzpolitik des Unternehmens. Durch den Break-even wird deutlich, wie weit die abgesetzte Menge maximal zurückgehen darf, um keinen Verlust zu erleiden.

So berechnest du den Break Even Point

Die Berechnung des Break Even Points erfolgt mithilfe einer einfachen Prämisse: Man stellt sich die mathematische Frage, wie hoch die Absatzmenge x sein muss, damit der Gewinn gleich null ist. In der Kostenrechnung wird der BEP durch die Berechnung der Nullstelle der Gewinnfunktion ermittelt.

 

 

Grafisch betrachtet befindet sich die Nullstelle einer Gewinnfunktion dort, wo diese die y-Achse des Koordinatensystems berührt. Bei linearen Funktionen wird dabei der Wert für y = 0 gesetzt. In der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung wird die Gewinnfunktion ermittelt, indem man einer Produktionsmenge x den Wert G(x) zuordnet. Die Gewinnfunktion wird berechnet, indem man die Kostenfunktion von der Erlösfunktion abzieht.

Wichtig

Einfacher gesagt: Der Gewinn entspricht den Erlösen minus den Kosten. Die Gewinnschwelle kann auch berechnet werden, indem man die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag pro Mengeneinheit dividiert.

Zerlegung der Kosten

Um eine Gewinnfunktion zu erhalten, müssen die Kosten zuvor jedoch in fixe und variable Kosten zerlegt werden. Tätigst du als Unternehmer eine Investition um x Euro, so gilt diese Investition als Fixkosten. Bei der Produktion fallen jedoch auch andere Kosten an, die von der Produktionsmenge abhängen. Dazu gehören beispielsweise Energiekosten. Diese Kosten werden als variable Kosten bezeichnet. Personalkosten werden grundsätzlich als Fixkosten angesehen. Eine Ausnahme ist, wenn der Lohn auf Provisionsbasis gezahlt wird.

Die Kostenfunktion setzt sich also aus den Fixkosten und den variablen Kosten pro erzeugter Mengeneinheit zusammen. In der Wirtschaftsmathematik wird dieser Sachverhalt so dargestellt:

K(x) = Kv(x) + Kf.

Das heißt, du kannst den Breakeven erst ermitteln, wenn du deine Kosten- und Gewinnfunktionen kennst. Die Break Even Analyse wird auch Gewinnschwellenanalyse bezeichnet. Der BEP ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die darüber informiert, wie weit der Gewinn reduziert werden kann, ohne die Deckung der Gesamtkosten zu gefährden. Da die meisten Branchen heute in einem Polypol-Markt produzieren und absetzen, wird auch eine Kapazitätsgrenze hinzugefügt. Diese gibt an, wie viel von einem Produkt in einem gewissen Zeitraum überhaupt hergestellt werden können. Diese Grenzen werden meist durch technische und/oder personelle Kapazitäten bestimmt.

Beispiel 1 zur Berechnung des Break Even Points

Ein Unternehmen produziert Schuhe. Die Fixkosten Kf pro Monat belaufen sich dabei auf 90.000 €. Dazu gehören die Kosten für das Personal, Versicherungen, Miete etc. Die variablen Kosten Kv betragen 30 € pro erzeugtem Paar Schuhe (x). Dazu zählen die Materialkosten sowie die Kosten für die dafür erforderlichen Fertigungsstunden. Der Preis für ein Paar Schuhe (x) beläuft sich auf 90 €. Maximal können pro Tag 100 Paar Schuhe gefertigt werden. Die Kapazitätsgrenze beläuft sich also auf 3.000 Paar Schuhe pro Monat.

Aus diesem Zahlenmaterial kannst du nun die Gewinnschwelle oder den Break-even berechnen:

90.000 + 30x = 90x

Danach wird die Gleichung einfach nach x aufgelöst und man erhält:

90.000 = 60 x und daraus folgt: x = 1.500.

Das bedeutet, dass der Break Even Point erreicht ist, wenn 1.500 Paar Schuhe zum Marktpreis von jeweils 90 Euro verkauft wurden. Bei einer Kapazitätsgrenze von 3.000 Schuhen pro Monat (21,75 Arbeitstage werden angenommen) wäre der BEP nach knapp 11 Arbeitstagen erreicht.

Beispiel 2 zur Berechnung des Break Even Points

Hier findest du ein einfacheres Beispiel für die Berechnung der Gewinnschwelle. Du gehst dabei nach folgender Formel vor:

BEP = Absatz * Preis – Absatz * Kv – Kf= 0

Angenommen du erzeugst ein Getränk in einer Dose. Die Fixkosten belaufen sich dabei auf 40.000 €. Die variablen Kosten pro Dose betragen 3 €. Du verkaufst eine Dose zum Preis von 5 €.

BEP = Absatz (x) * 5 – Absatz (x) * 3 – 40.000 = 0

Daraus ergibt sich folgende Gleichung: 5x – 3x – 40.000 = 0 Nach dem Lösen der Gleichung ergibt sich: x = 20.000. Das heißt, der Break-even ist bei einem Absatz von 20.000 Dosen erreicht. Danach machst du Gewinn.

Fazit

Wenn du ein Unternehmen gründest und wissen willst, wie viel du von den produzierten Gütern verkaufen musst, um in die Gewinnzone zu gelangen, empfiehlt sich die Durchführung einer Break Even Analyse oder Gewinnschwellenanalyse. Die Bezeichnung Gewinnschwellenanalyse ist nur eine freie Übersetzung der englischen Bezeichnung. Du solltest dich dadurch nicht irritieren lassen.

Jedenfalls bildet der BEP eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die Auskunft über die erforderliche Absatzmenge eines produzierten Gutes ist. Der BEP kann entweder dazu benutzt werden, um zu erkennen, ab welcher Menge man einen Gewinn erzielt oder auch dazu, um jene Absatzmenge zu eruieren, bei deren Unterschreitung ein Verlust droht. Beide Varianten sind für Unternehmen wichtig.

Alternativ zur Berechnung des mengenmäßigen BEP gibt es auch die Möglichkeit, den Preis zu ermitteln, der notwendig ist, um den Break Even zu erreichen. Der Preis, zu dem ein Produkt abgesetzt werden kann, ist jedoch nicht so variabel wie die Menge. Der Preis hängt nicht nur von der eigenen Produktion ab, sondern auch vom Markt, von der Nachfrage und vom Preis, den Mitbewerber auf dem Markt erzielen. Unternehmen, die in der Lage sind ein Produkt kostengünstiger zu produzieren, erreichen den Break Even früher, können das Produkt zu einem geringeren Preis anbieten und damit bestehende Unternehmen bzw. Marktführer angreifen.

Um den Break-even überhaupt berechnen zu können, musst du die Kostenstruktur deines Unternehmens kennen. Auch die fixen Kosten und die variablen Kosten müssen bekannt sein. So kannst du den Break Even Point für dein Business ganz einfach berechnen.

 

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