Dein Startup: Existenzgründung mit Innovation

Startups schießen seit einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden – vor allem junge GründerInnen setzen bei der Existenzgründung auf die Entwicklung neuartiger Ideen.
Bild eines typischen Startups

Doch was genau ist ein Startup? Was zeichnet gute Startup-Unternehmen aus und welche Risiken gibt es? Was benötigst du um ein erfolgreiches Startup zu gründen und welche Fördermittel oder Alternativen gibt es? Komm mit uns in die Welt der innovativen Unternehmensgründer.

Was ist ein Startup?

Startups sind neu gegründete Unternehmen, die sich noch in ihrem ersten Lebenszyklus befinden und einen hohen Innovationsgrad aufweisen.

Dabei sind nicht alle neu gegründeten Unternehmen automatisch Startups: die Entwicklung einer neuen Lösung in Form eines Produkts oder einer Dienstleistung zeichnen Startup aus. Daher sind sie häufig in der Technologiebranche zu finden.

Was ist ein Lean Startup?

Übersetzen lässt sich das Wort “lean” durch “schlank” und das bezieht sich vor allem auf den möglichst geringen Kapitaleinsatz. Bei dem gegründeten Unternehmen und in der Produktentwicklung wird durch Lean Management auf lange Planung im Voraus verzichtet und der Erfolg unmittelbar am Markt getestet.

Die Bedürfnisse der Kunden fließen so direkt in die Weiterentwicklung des Produktes oder der Dienstleistung ein. Für den Produktlaunch reicht schon ein so genanntes MVP, ein Minimum Viable Product. Gemeint ist damit ein Produkt das die Mindestanforderungen erfüllt. Das Weiterentwicklungspotential sowie Zusatzfunktionen werden am Markt ermittelt und in späteren Phasen umgesetzt.

Was sind die Entwicklungsphasen eine Startups?

Die Entwicklung eines Startup-Unternehmens lässt sich grob in vier Phasen unterteilen:

  1. Seed-Phase
    Die erste Phase wird auch als Frühfinanzierungsphase bezeichnet. Hier geht es darum im Rahmen eines Businessplans potenzielle Investoren von der Geschäftsidee zu überzeugen. Das Management konzentriert sich in dieser Zeit vor allem auf die Produktentwicklung.
  2. Startup-Phase
    Mit der Unternehmensgründung beginnt die eigentliche Startup-Phase. Das Produkt wird zur Marktreife weiterentwickelt, Vertriebswege werden ergründet, Fertigungsmöglichkeiten entwickelt und erste Marketing-Kampagnen gestartet.
  3. Emerging Growth
    In der Wachstumsphase steht vor allem der Ausbau des Vertriebs mit dem Ziel der Absatzsteigerung im Vordergrund.
  4. Expansion
    Startups in der Expansionsphase konnten ihr Unternehmen erfolgreich am Markt etablieren. Die Weiterentwicklung des Produktes und die Erschließung neuer Vertriebswege ermöglicht es dem Unternehmen nun zu expandieren.

Welche Erfolgsfaktoren machen gute Startups aus?

Der Startup-Markt ist hart umkämpft – jedes Jahr drängen viele Innovatoren mit ihren Ideen auf den Markt. Dabei bestehen vor allem Unternehmen, die sich durch die folgenden Eigenschaften auszeichnen.

Realistische Einschätzung des Marktes für die eigene Geschäftsidee

Erfolgreiche ExistenzgründerInnen rechnen aufgrund ihrer Geschäftsidee mit einer realistischen Nachfrage und haben eine konservative Erwartung in Bezug auf den Absatz ihrer Produkte oder Dienstleistungen.

Sie tappen nicht in die Falle sich von ihrer eigenen Begeisterung blenden zu lassen, sondern behalten einen kühlen Kopf und planen mit entsprechenden Ressourcen.

Für den angestrebten Startup-Markterfolg sind vielfältige Maßnahmen in Form von Marketing und Werbung mit oft unerwartet langer Vorlaufzeit erforderlich. Außerdem darf die Widerstands- und Reaktionsfähigkeit der Konkurrenz nicht unterschätzt werden.

Gut durchdachte Finanzierung

ExistenzgründerInnen sollten ihren Kapitalbedarf eher zu hoch und die zu erwartenden Umsätze eher niedriger einschätzen. Viele junge Unternehmen geraten bereits bei Überschreitung des Zahlungsziels durch wichtige Kunden in Turbulenzen. Eine konservative Finanzplanung kann davor schützen.

Denn erweist sich das Fremdkapital im Verlauf der Zeit als unzureichend, zeigen sich die Kapitalgeber bei der erhofften Erhöhung der Kreditlinien oftmals zugeknöpft. Erfolgreiche GründerInnen haben hier bereits vorgesorgt und können auf ein ausreichendes finanzielles Polster zurückgreifen.

Gute kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse

ExistenzgründerInnen sind fachlich meist sehr bewandert, zur erfolgreichen Gründung zählen aber im selben Maße kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse.

Erkennen von Innovationspotenzial

Viele Existenzgründer machen die Erfahrung, dass die anfangs erfolgreiche Entwicklung des Startups plötzlich ins Stocken oder sogar in einen Abwärtsstrudel gerät. Jetzt haben jene Unternehmen die besten Chancen, die frühzeitig ihr Innovationspotenzial erkennen und gezielt zu nutzen verstehen.

Objektive Businessplanung

Bei der Erstellung des Businessplans werden Risiken von Startups leicht übersehen oder bewusst ausgeblendet und mit sehr optimistischen Planzahlen hantiert. Ziel ist es, Banken und andere Geldgeber von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Erfolgreiche GründerInnen passen den Businessplan der realen Entwicklung an.

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Startups: Deutschlands TOP 50

Ein Grund für den Startup-Boom liegt in der Digitalisierung. Zu Beginn befanden sich viele Onlineshops unter den Top-Startups in Deutschland, mittlerweile haben sich Fintech-Unternehmen und Unternehmen aus den Bereichen Mobilität, Energie oder Logistik darunter gemischt. Besonders künstliche Intelligenz spielt hier eine große Rolle.

Bekannte Unternehmen wie

  • Auto1,
  • Aboutyou,
  • N26
  • oder Auxmoney

zählen zu den Top 50 der deutschen Tech-Startups. In dieser Slideshow kannst du alle fünfzig kennenlernen.

TOP Gründer-Regionen in Deutschland

Lange Zeit galt Berlin als der Startup-Hotspot und hier findet sich auch immer noch eine pulsierende Startup-Szene. Mittlerweile verzeichnet allerdings Nordrhein-Westfalen die meisten Neugründungen. Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg dürfen sich ebenfalls als Standorte vieler junger, innovativer Unternehmen freuen.

Was benötige ich, um ein Startup zu gründen?

1. Die Idee

Am Anfang der Gründung eines Unternehmens mit dem Fokus auf Innovation, steht natürlich eine innovative Geschäftsidee. Diese kann eine Marktlücke schließen, bestehende Lösungen optimieren oder revolutionieren. Häufig dienen dabei die Ideen anderer als Vorlage und der Erfolg zeichnet sich durch eine besseres Marketing-, Vertriebs- oder Finanzierungsmodell aus.

2. Das Geschäftsmodell & das Team

Aus der Geschäftsidee wird im nächsten Schritt ein Geschäftsmodell entwickelt. Hier zeigt sich, ob das Produkt oder die Dienstleistung auch am Markt platziert werden kann und sich langfristiger wirtschaftlicher Erfolg abzeichnet. Ein Business Model Canvas kann bei der Überprüfung hilfreich sein.

Die Gründung eines innovativen Unternehmens verlangt besondere Fähigkeiten und Kenntnisse, die sich selten in einer einzigen Person vereint finden. Ein typisches Startup-Gründerteam besteht daher in der Regel aus drei Personen:

  • TechnikerIn (EntwicklerIn)
  • BetriebswirtIn
  • VertrieblerIn

3. Das Produkt und erstes Feedback

Im nächsten Schritt geht es darum einen Prototypen zu entwerfen und möglichst früh Feedback von außen einzuholen, um nicht am Markt vorbei zu entwickeln.

4. Markt- und Wettbewerbsanalyse

Die Markt- und Wettbewerbssituation so gut wie möglich zu kennen, ist die Basis für eine gute Entwicklungs-, Marketing- und Vertriebsstrategie und damit entscheidend für den Erfolg deines Unternehmens. Hier findest du mehr Infos zur Marktanalyse und zur Wettbewerbsanalyse.

5. Der Businessplan

Nicht nur um Investoren und Kreditgeber von der Tragfähigkeit der Geschäftsidee zu überzeugen, ist ein Businessplan erforderlich. In der Gründungsphase prasseln viele Eindrücke auf ExistenzgründerInnen ein.

Ein Businessplan kann dir helfen, dich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Natürlich kann und sollte er auf Basis der neu gewonnenen Erkenntnisse immer wieder aktualisiert werden.

6. Die passende Rechtsform

Viele UnternehmerInnen gründen zunächst als Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt). Spätestens wenn Investoren einsteigen, wird aber meist die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) erforderlich.

Dem Gesellschaftervertrag sollte dabei große Aufmerksamkeit geschenkt werden und Unterstützung durch einen Anwalt in Anspruch genommen werden. Hier kann es ansonsten später zu Problemen kommen.

Wie finanzieren sich Startups?

Gründungen im Technologiebereich erfordern in der Regel einen hohen Kapitalbedarf, den das häufig junge Gründerteam eher nicht mit Eigenkapital decken kann. Für erfolgversprechende innovative Produkte und Dienstleistungen gibt es aber glücklicherweise viele Möglichkeiten einer Finanzierung.

Die erste Startup-Phase wird dabei häufig noch durch eigene Mittel und mit der Unterstützung von Freunden und Familie gestemmt. In den folgenden Entwicklungsstufen können neben klassischen Bankkrediten Finanzmittel durch

Woran scheitern Startups?

Die Gründung eines innovativen Unternehmens birgt auch einige Risiken, über die sich Startup-Gründer im Klaren sein sollten, um entsprechend darauf vorbereitet zu sein. Neben den vorausgegangenen Tipps solltest du unbedingt die folgenden Gründe, die zum Scheitern eines Startups führen können, beachten:

Konflikte innerhalb des Gründerteams

Wichtige Synergien können sich ergeben, wenn sich mehrere ExistenzgründerInnen zur Gründung eines gemeinsamen Unternehmens entschließen. Das Startup kann in der Rechtsform einer Personen- oder Kapitalgesellschaft gegründet werden. Erbitterte Rechtsstreitigkeiten sind vielfach die Folge, wenn die notwendige vertragliche Absicherung der Gründergesellschafter eines Startups vernachlässigt wird.

Probleme im familiären Umfeld

ExistenzgründerInnen müssen weit über die schwierige Startphase des Startups hinaus ein hohes Maß an Engagement und Zeit für ihre Geschäftsentwicklung aufbringen. Dieser Arbeitseinsatz führt fast zwangsläufig zu einer zeitweisen Vernachlässigung der Familie. Nicht immer kommen Lebenspartner und Kinder mit dieser Belastung zurecht. Manchmal müssen JungunternehmerInnen dann zwischen Familie und Selbstständigkeit wählen.

Negative äußere Einflüsse

Nicht immer haben ExistenzgründerInnen sämtliche Faktoren im Blick, die sich auf ihr Unternehmen auswirken können. Unerwartete Veränderungen im Kaufverhalten, schwindende Kaufkraft, Wirtschaftskrisen, umwälzende Technologien, neue Mitbewerber, abrupte Trendwechsel und noch viel mehr können selbst ein erfolgreich gestartetes Unternehmen in der Existenz gefährden, wenn nicht zuvor ausreichende Rücklagen gebildet wurden.

Welche Förderungen für Startups gibt es?

Für Startups kommen verschiedene öffentliche Förderprogramme in Frage. Fördermittel aus Deutschland und der EU warten nur darauf erfolgversprechende GründerInnen zu einem guten Start zu verhelfen.

Zu den wichtigsten Programmen zählen

Das sind jedoch bei weitem nicht alle Förderprogramme. Eine umfangreiche Recherche lohnt sich für alle Startups!

Welche Alternativen zu einem Startup gibt es?

Die Gründung eines Startup ist trotz eines guten Gründerteams, Förderprogrammen und Mentoren eine Herausforderung. Eine Alternative kann hier zum Beispiel die Gründung eines Franchise-Unternehmens sein – vor allem wenn es an einer eigenen innovativen Geschäftsidee mangelt.

Der Franchisegeber hat ein etabliertes Geschäftsmodell, dass mit engagierten Partnern wachsen möchte. Dabei ist die Auswahl (neben den Franchise-Gastronomie-Systemen), die einem gleich in den Sinn kommen) deutlich größer als man gemeinhin annehmen mag: Es gibt zahlreiche Franchiseunternehmen mit digitalen Produkten oder aus der Technologiebranche.

Fazit

Neben einer guten Idee spielen viele weitere Faktoren bei der erfolgreichen Gründung eines Startups eine Rolle. Bei den Herausforderungen, die es zu meistern gilt, gibt es allerdings eine Vielzahl von Unterstützern, Tools und Finanzmittel-Gebern, deren Hilfe sich anzunehmen lohnt.

Ein ehrlicher Blick auf das eigene Produkt, die Dienstleistung, dein Team, den Markt und dich selbst ist eine Grundvoraussetzung für ein langfristiges Bestehen am Markt.

 

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