Was ist eine Kapitalgesellschaft?

In Deutschland gibt es eine Reihe von Unternehmensformen, sodass es insbesondere für Gründer wichtig ist, sich zu den Unterschieden zu informieren. Eine häufig gewählte Gesellschaftsform ist die Kapitalgesellschaft. Bei Kapitalgesellschaften steht im Vordergrund, dass es keine persönliche Haftung der Gesellschafter gibt!

In unserem Beitrag erfährst du, was eine Kapitalgesellschaft eigentlich ist. Zudem gehen wir auf die wesentlichen Merkmale der Kapitalgesellschaft ein und in welchen Varianten diese Unternehmensform am Markt auftritt. Abschließend führen wir einige Vor- und Nachteile von Kapitalgesellschaften auf, die dir sicherlich eine gute Entscheidungshilfe sein können.

Was ist eine Kapitalgesellschaft?

Die Gründung der Kapitalgesellschaft findet durch einen Zusammenschluss mehrerer natürlicher Personen statt, die ein Unternehmen führen möchten und eine Gewinnerzielungsabsicht haben.

Wichtig
Die Kapitalgesellschaften zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass es eine Haftungsbeschränkung gibt. Im Vordergrund steht die kapitalmäßige Beteiligung der Gesellschafter und nicht deren Person als solche.

Zwingende Voraussetzung für das Betreiben einer Kapitalgesellschaft ist die geleistete Kapitaleinlage. Eine weitere Eigenschaft sämtlicher Kapitalgesellschaften ist, dass die Anteile der Gesellschafter problemlos übertragbar sind, ohne dass dies die Existenz der Gesellschaft als solche gefährden würde.

Nach Paragraph 6 Abs. 2 HGB handelt es sich bei der Kapitalgesellschaft zudem um einen sogenannten Formkaufmann, also um einen Kaufmann kraft Rechtsform.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was sind Merkmale einer Kapitalgesellschaft?

Kapitalgesellschaften zeichnen sich durch einige wesentliche Merkmale aus, die sie von anderen Rechtsformen unterscheiden. Die wichtigsten Merkmale möchten wir dir in den folgenden Abschnitten näher erläutern, damit du zumindest einen guten Einblick hast, was bezüglich der jeweiligen Eigenschaften zu beachten ist.

Die Gründung der Kapitalgesellschaft

Wenn du eine Kapitalgesellschaft gründen möchtest, musst du – mit Ausnahme der sogenannten 1-Personen GmbH – mindestens zwei natürliche oder alternativ juristische Personen haben, die Gesellschafter werden.

Wie hoch die Kapitalanlage sein muss, ist von der Gesellschaftsform abhängig. Zwingend erforderlich für den Abschluss der Gründung ist zudem die Eintragung des notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrages ins Handelsregister.

Welche Rechtsstellung hat die Kapitalgesellschaft?

Bei der Kapitalgesellschaft handelt es sich – im Unterschied zur Personengesellschaft – um eine juristische Person, die selbstständig ist. Daher kann die Kapitalgesellschaft Rechte und Pflichten tragen sowie Vermögen besitzen. Ferner ist sie dazu berechtigt, Klage zu erheben, kann allerdings auch verklagt werden.

Die Haftung der Kapitalgesellschaft

Ein wesentliches Merkmal ist bei Kapitalgesellschaften, dass die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist. Somit haften die jeweiligen Gesellschafter nicht mit ihrem persönlichen Vermögen, sodass von einer Haftungsbeschränkung gesprochen wird.

Geschäftsführung und Organe der Kapitalgesellschaften

Welche Organe es bei der Kapitalgesellschaft gibt, hängt von der Gesellschaftsform ab. Handelt es sich zum Beispiel um eine GmbH, sind der (oder die) Geschäftsführer, die Generalversammlung und der Aufsichtsrat den Organen zuzurechnen. Bei einer AG wären der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung die entsprechenden Organe.

Die Geschäftsführung wird bei Kapitalgesellschaften – nicht wie bei Personenhandelsgesellschaften durch die Inhaber – durch von den Inhabern eingesetzte Geschäftsführer übernommen.

Die Buchführung der Kapitalgesellschaft

Da es sich bei den Kapitalgesellschaften um Formkaufleute handelt, besteht eine Pflicht zur doppelten Buchführung. Die strengen Vorschriften sind in den Paragraphen 264 bis 335 des Handelsgesetzbuchs aufgeführt. Darüber hinaus besitzt die Kapitalgesellschaft eine Publikationspflicht, sodass beispielsweise Jahresabschlüsse veröffentlicht werden müssen.

Bei der Gewinnverteilung ist zu berücksichtigen, dass diese bei der Kapitalgesellschaft stets in Abhängigkeit vom eingebrachten Kapital der einzelnen Gesellschafter anteilsmäßig vorgenommen wird.

Die Besteuerung von Kapitalgesellschaften

Da es sich bei der Kapitalgesellschaft um ein eigenständiges Rechtssubjekt handelt, findet auch die Besteuerung auf dieser Basis statt. In erster Linie sind es die folgenden Steuerarten, die für Besteuerung von Kapitalgesellschaften relevant sind:

Welche Formen der Kapitalgesellschaft existieren?

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es mehrere Formen der Kapitalgesellschaften. Dazu gehören insbesondere:

  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
  • Unternehmergesellschaft (UG)
  • Societas Europaea (SE)

Im Einzelnen auf diese Gesellschaftsformen einzugehen, würde an dieser Stelle zu weit führen. Hier findest du allerdings an anderer Stelle bei uns ausführlichere Beiträge, zum Beispiel zu einer Aktiengesellschaft oder zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Mit Abstand am häufigsten kommen zum einen die AG und zum anderen die GmbH vor. Eine Sonderform ist dies 1-Personen GmbH, bei der – abweichend zur normalen Regelung – tatsächlich nur eine natürliche oder juristische Person als Gesellschafter vorhanden sein muss.

Welche Vor- und Nachteile haben Kapitalgesellschaften?

Falls du ein Unternehmen gründen möchtest und derzeit überlegst, für welche Gesellschaftsform du dich entscheiden sollst, sind sicherlich die Vor- und Nachteile von Kapitalgesellschaften von größerem Interesse.

Es gilt daher abzuwägen, ob Gesellschaftsformen wie die GmbH, die AG oder auch eine Unternehmergesellschaft (UG) für dich die beste Alternative sind, oder ob doch Personengesellschaften mehr Vorteile haben.

Vorteile der Kapitalgesellschaften

  • Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt
  • Großes Ansehen in der Öffentlichkeit
  • Einzelne Geschäftsanteile problemlos übertragbar
  • Flexiblere Kapitalbeschaffung, insbesondere Eigenkapital (Aktien, Anleihen, Beteiligungen, Kredite etc.)

Demgegenüber sind es insbesondere die folgenden Nachteile, die du im Zusammenhang mit einer Kapitalgesellschaft kennen und berücksichtigen solltest:

Nachteile der Kapitalgesellschaften

  • Je nach Gesellschaftsform relativ hohe Mindesteinlage
  • Doppelte und somit aufwendigere Buchführung
  • Beschaffung von Fremdkapital komplexer (als bei Personengesellschaften)

Worin unterscheiden sich Personen- und Kapitalgesellschaften?

Eine der wichtigsten Fragen im Zuge einer Gründung ist, ob du eine Kapitalgesellschaft oder für eine Personengesellschaft wählst. Dazu ist es wichtig, zumindest die gravierenden Unterschiede zwischen den zwei Gesellschaftsformen zu kennen.

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass es sich bei der Personengesellschaft nicht um eine juristische Person handelt. Dies hat zum Beispiel zur Folge, dass es bei der Personengesellschaft keine Beschränkung der privaten Haftung seitens der Gesellschafter gibt. Gesellschafter müssen hingegen bei der Kapitalgesellschaft nicht mit ihrem Privatvermögen haften.

Ein weiterer Unterschied ist die Besteuerung: Bei Personengesellschaften muss der Inhaber bzw. Teilhaber Steuern auf Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb zahlen, während die Kapitalgesellschaft direkt besteuert wird.

Weiterhin ist zu unterscheiden, dass du für die Gründung einer Kapitalgesellschaft eine Kapitaleinlage (Stammkapital) benötigst. Bei der Personengesellschaft ist dies nicht erforderlich.

 

Bildquelle: Unsplash.com / Roland Samuel