Innovation – Was Innovationsmanagement bedeutet

Innovation bedeutet so viel wie „Erneuerung“ oder „Neuerung“, da der Begriff vom lateinischen „innovare“ abstammt, das so viel bedeutet wie erneuern. Gemeint ist damit die wirtschaftliche Umsetzung von Erfindungen und Ideen. Eine Innovation ist ein gewollter Prozess einer Veränderung, bis etwas Neues und Erstmaliges entsteht.

Ein Unternehmen mit hoher Innovationskraft kann langfristig am Markt bestehen. Doch wie gelingt dir dies und welche Methoden gibt es? Wir schildern nachfolgend, wie auch du innovativ werden kannst.

Was bedeutet Innovation?

Innovation bedeutet für die meisten Unternehmen, dass sie althergebrachte Produkte nehmen und sie ein klein wenig verändern, zum Beispiel in der Größe, der Form und der Farbe, eventuell auch um Funktionalitäten erweitern. Diese Form der Innovation wird auch inkrementelle Innovation genannt. Allerdings funktioniert diese Innovationsmethode dann nicht mehr, wenn der Markt gesättigt ist und das Produkt mit Produkten anderer Hersteller ausgetauscht werden kann.

Wichtig
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, musst du innovativ sein. Aus diesem Grund verwenden viele Unternehmen ein sogenanntes Innovationsmanagement. Das bedeutet, dass du von der Ideenfindung bis hin zur erfolgreichen Umsetzung ein strukturiertes Vorgehen verfolgst.

Aktuelle Beispiele

Innovationen gibt es im Alltag überall. Aus Ideen entstehen Prototypen und daraus Innovationen. Doch nicht nur die Produktion ist betroffen, sondern auch Dienstleistungen, Verfahren oder Services. Schließlich können nicht nur Technologien innovativ und neuartig sein. Ein Beispiel ist die Digitalisierung der Musik.

War es früher nur den großen Musikverlagen möglich, Musik auf Tonträger zu pressen, wurde es mit der Einführung des MP3 Formats und dem Internet einfach, Musik zu speichern und von überall in der Welt abzuspielen. Voraussetzung war lediglich ein Internetzugang.

Damit kamen gleichzeitig innovative Pioniere auf dem Markt, wie zum Beispiel Apple iTunes oder Napster bzw. Streamingdienste, die mittlerweile den größten Anteil an den Einnahmen aus Musik generieren. Inzwischen gibt es kaum noch Umsatz aus dem Verkauf von Tonträgern, vielmehr wird der Umsatz in der Musikbranche inzwischen durch Vermarktung und durch Nutzungsrechte generiert.

Welche Arten von Innovationen gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten bei den Innovationen. Dabei wird unterschieden nach dem Gegenstand:

1. Prozessinnovation

Unter die Kategorie Prozessinnovationen fallen Verbesserungen an Geschäftsprozessen und an betrieblichen Abläufen. Sie dienen meistens dazu, Kosten zu senken oder die Produktivität zu erhöhen. Erforderlich ist diese Innovativität bei den Prozessen deshalb, damit du wettbewerbsfähig bleiben kannst. Ein bekanntes Beispiel für eine gelungene Prozessinnovation ist die Erfindung des Fließbandes in der Industrie.

2. Produktinnovation

Bei der Produktinnovation werden Güter verbessert oder überarbeitet. Es können auch vollkommen neue innovative Sachgüter sein. Produktinnovationen sind zum Beispiel beim Automobilbau die Einführung von Antiblockiersystemen und Airbags gewesen, oder aber auch die Verringerung des Kraftstoffverbrauchs.

3. Geschäftsmodellinnovation

Über Prozessinnovation und Produktinnovation hinaus geht die Geschäftsmodellinnovation. Genau genommen handelt es sich dabei um eine Neuerung der Wertschöpfungsarchitektur. Dabei musst du auch die Kundenbeziehung, das Preismodell, die Verteilung der Wertschöpfung durch ein Netzwerk und noch einiges Weitere berücksichtigen. Unternehmen versprechen sich dadurch Vorteile beim Wettbewerb. Ein Beispiel hierfür ist der Wandel von dem Computerhersteller IBM zum IT-Dienstleister.

Unterschied inkrementelle und radikale Innovation?

Innovationen werden unterschieden in inkrementelle und radikale Innovationen.

  • Inkrementelle Innovation: Bei bestehenden Produkten bedeutet dies, dass die Funktionen verbessert oder Kosten reduziert werden. Hierfür wird das vorhandene Wissen genutzt, um die Wettbewerbsfähigkeit in der Branche und auf dem Markt zu erhöhen. Bereits etablierte Produkte oder Produktabläufe werden verbessert und weiterentwickelt.
  • Radikale Innovation: Hiermit sind innovative Dienstleistungen oder neue Produkte gemeint mit neuen Eigenschaften. Somit basiert die radikale Innovation auf neuem Wissen. Solch eine Innovation bewirkt eine wesentliche Veränderung am Markt oder in der Branche. Althergebrachtes Wissen und Routinen werden dadurch geändert.

Wie entsteht Innovation?

Heute entsteht Innovation in Zusammenarbeit mit dem Kunden. Denn damit ist ausgeschlossen, dass der Kunde ganz andere Anforderungen an das Produkt hat und bei Markteinführung erst bekannt wird, dass bestimmte Funktionen vom Kunden gar nicht geschätzt werden, während er dafür andere schmerzlich vermisst.

Daher legen neuere Methoden des Innovationsmanagements einen großen Schwerpunkt auf einen kundenzentrierten und interagierenden Innovationsprozess. Dadurch erfolgt eine Verbesserung der Erfolgsrate. Der Innovationsprozess kann in einige Einzelschritte gegliedert werden:

  1. Voraussetzungen für das neue Produkt oder das neue Geschäftsmodell schaffen, indem eine ausgiebige Recherche und Analyse erfolgt
  2. Informationen sammeln, potenzielle Kunden und deren Bedürfnisse analysieren
  3. Entwurf eines ersten Modells
  4. Wissen um Technologie, Umfeld und Kunden vertiefen
  5. Informationen sammeln
  6. Erstellen eines Prototyps, Durchführung von Tests
  7. Aufbau des Geschäftsmodells am Markt, Erstellen eines Plans mit Meilenstein
  8. Das Geschäftsmodell am Feedback anpassen
  9. Die gesammelten Erkenntnisse aus dem Innovationsprozess in das Geschäftsmodell implementieren
  10. Neue Geschäftsmodelle und Innovationen entwickeln

 

Die Bedeutung von Innovationen für Unternehmen

Unternehmen sind einem sehr schnellen Wandel durch neue Technologien und durch die Globalisierung des Marktes unterworfen. Die Kunden werden immer anspruchsvoller, das verfügbare Wissen immer größer.

Damit du auch unter diesen Bedingungen langfristig deine Wettbewerbsfähigkeit sichern kannst, musst du neue Produkte auf den Markt bringen, deine Prozesse laufend verbessern, Kosten senken und deine Kunden von dem Vorteil deiner Produkte und deines Unternehmens überzeugen.

Dieser Zwang zu Innovationen stellt viele Selbstständige vor ein großes Problem. Nur ein kleiner Teil aller Innovationen ist tatsächlich erfolgreich, so kann es kommen, dass sich ein Unternehmen nicht im harten Wettbewerb behaupten kann. Viele Innovationen scheitern bereits während des Innovationsprozesses.

Das Problem ist, dass besonders kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) keine systematischen und standardisierten Abläufe besitzen und kein Investitionsmanagement betreiben. Dadurch bleiben viele gute Ideen ungenutzt. Ein weiteres Problem ist, dass viele kleinere Unternehmen Angst haben vor Veränderungen und sich daher gegen Innovation wehren.

Es ist wichtig, dass du dich mit dem Thema Innovation auseinandersetzt und dir überlegst, wie du deine Innovationsprozesse effizient gestalten kannst. Du musst diese in die bestehenden Prozesse integrieren, erfolgversprechende Ideen auswählen, fördern und umsetzen. Denn nur so kannst du die immer anspruchsvoller werdenden Bedürfnisse deiner Kunden befriedigen.

Was ist Innovationsmanagement?

Um auf lange Sicht am Markt bestehen zu können, benötigst du ein effektives Innovationsmanagement. Hierfür gibt es unterschiedliche Ansätze und Methoden, die sich in der Vergangenheit bewährt haben:

Innovation Management Bei dem Innovationsmanagement stehen das Steuern, Planen und Kontrollieren der Innovationen im Vordergrund. Diese sind in einen Innovationsprozess eingebettet und es werden Kennzahlen erhoben, mit denen eine Überwachung, Planung und Steuerung möglich ist.
Betriebliches Vorschlagswesen Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts begannen die Pioniere in der Industrie systematisch Verbesserungsvorschläge ihrer Mitarbeiter zu sammeln. Damit wurden die Produkte und Geschäftsprozesse verbessert und Kosten gesenkt. Ein betriebliches Vorschlagswesen beruht auf kontinuierliche Verbesserungen.
Business Model Canvas Vor einigen Jahren wurde von Alexander Osterwalder das Business Model Canvas erfunden. Dabei handelt es sich darum, genau zu beschreiben, aber auch zu überprüfen, was ein gutes Geschäftsmodell ausmacht. Hierfür werden Felder gezeichnet und definiert, in denen die Faktoren des Geschäftsmodells dargestellt werden. Anschließend erfolgt eine Bestandsaufnahme und es werden Veränderungen vorgeschlagen.
Crowdsourcing Mit Crowdsourcing ist gemeint, dass bestimmte Dienstleistungen ausgelagert werden, um die Schwarmintelligenz zu nutzen. Das betrifft auch Innovationsprozesse, Prozesse der Entwicklung oder der Produktion. Hierfür haben sich inzwischen spezielle Plattformen im Internet entwickelt.
Open Innovation Im Unterschied zum Crowdsourcing erfolgt hierbei eine Beauftragung von Spezialisten, die ihre Kreativität und ihr Know-how nutzen, um anderen Unternehmen zu helfen.
Lead-User Methode Bei dieser Methode helfen Nutzer und Kunden dabei, Konzepte und Ideen für neue Prozesse und Produkte zu entwickeln. Danach werden sie in die Evaluation der Ergebnisse der Entwicklung eingebunden.
Pitching Contest In einem Wettbewerb stellen einzelne Mitarbeiter oder Innovationsteams ihre Ideen einer Jury vor. Hierfür gibt es meistens nur einen sehr begrenzten Zeitrahmen. Welche Innovation weiter verfolgt wird hängt davon ab, wie die Idee vorgetragen wird.

Künstliche Intelligenz ist eines der wichtigsten Technologie-Themen und spielt eine große Rolle bei der Innovation. Auch die Blockchain-Technologie gehört weiterhin zu den Trends, sie wird zum Beispiel auch in Unterhaltungsformate integriert. Augmented Reality führt dazu, dass traditionelle Praktiken in Augmented Reality transformiert werden. Virtual Reality ermöglicht hilfreiche Tools für den Umgang mit den Kunden.

Welche Risiken bestehen und wie kann ich mich absichern?

Das größte Risiko ist die Nachahmung. Mit einem Patent kannst du technische Erfindungen schützen. Damit verbietest du es anderen, ein patentiertes Verfahren oder ein patentiertes Produkt zu nutzen. Dabei steht dir nicht nur ein alleiniges Nutzungsrecht zu, sondern du kannst das Patent auch entweder als Technologiegeber durch Lizenzen in Form von Nutzungsrechten verkaufen oder aber auch das komplette Patent verkaufen.

Wichtig

Maximal 20 Jahre ab der Patentanmeldung kannst du deine Erfindung schützen. Danach ist es möglich, dass auch andere das Produkt bzw. das Verfahren kommerziell nutzen, da es frei zugänglich wird. Ein Patentschutz ist immer nur auf das Land beschränkt, indem du das Patent auch angemeldet hast.

Voraussetzung für die Erteilung eines Patents ist, dass es sich hierbei tatsächlich um eine Neuheit handelt. Außerdem muss die Idee innovativ sein und auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen. Du musst dabei den Patentprüfer davon überzeugen, dass deine Erfindung eine hohe Innovationskraft und somit einen Mehrwert besitzt.

Eine weitere Voraussetzung ist auch, dass die gewerbliche Anwendbarkeit gegeben ist. Das bedeutet, dass die Erfindung gewerblich genutzt oder hergestellt werden kann. Dadurch sind zum Beispiel medizinische Verfahren nicht patentierbar.

Wo finde ich weitere Informationen/Unterstützung zum Thema?

Der Start in eine Selbstständigkeit mit einer neuen Idee oder das Entwickeln einer Innovation kosten Geld und müssen finanziert werden. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Förderdarlehen
  2. Klassisches Bankdarlehen
Wenn die Kosten für die Entwicklung zu hoch sind, oder wenn du eine höhere Liquidität benötigst, solltest du mit deiner Hausbank ein Gespräch führen. Bei besonderen Innovationen hilft auch der Staat durch spezielle Förderprogramme. Beide Möglichkeiten haben individuelle Vor- und Nachteile.

Ein Bankdarlehen kannst du zum Beispiel genau an deine Wünsche anpassen, indem du die Kredithöhe und die Laufzeit wählen kannst. Auch Sondertilgungen sind planbar. Abhängig vom Vorhaben und vom Kapitalbedarf bietet auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Förderungen an. Oft liegt der Zinssatz deutlich unter den sonst üblichen Bankzinsen.

Wichtig
Wenn du eine innovative Idee durch ein Patent schützen lassen möchtest, solltest du zunächst online überprüfen, ob jemand vor dir diese Idee schon einmal eingereicht hat. Diese Prüfung kannst du auf der Webseite des Europäischen Patentamts vornehmen. Sobald du den Antrag abgegeben hast, kannst du nachträglich nichts mehr ändern.

Einreichen kannst du deinen Patentantrag beim deutschen Patent- und Markenamt, das Niederlassungen in München und in Jena hat. Alternativ kannst du auch deinen Antrag beim Technischen Informationszentrum in Berlin einreichen.

Fazit

Wenn du langfristig auf dem Markt bestehen möchtest, kommst du an Innovationen nicht vorbei. Das bedeutet, dass du deine Prozesse regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls ändern und Neuerungen gegenüber positiv aufgeschlossen sein musst.

 

Bildquelle: pixabay.com / qimono