Gründercoaching – Beratung für Existenzgründer

Viele Gründer in Deutschland haben zuvor noch nie ein eigenes Unternehmen geleitet oder waren selbstständig. Daher gibt es eine Reihe von Fragen, die im Zusammenhang mit der Gründung auftauchen können. Aus diesem Grund kann ein professionelles Gründercoaching eine wichtige Hilfe sein.

In unserem Beitrag gehen wir darauf ein, was ein Gründercoaching ist und welche Inhalte es hat. Ferner erläutern wir, was die Ziele beim Gründercoaching sind, welche Anbieter am Markt existieren, wie lange ein solches Coaching dauert und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Was bedeutet Gründercoaching?

Das Gründercoaching wird häufig als Gründerberatung oder Beratung zur Existenzgründung bezeichnet. Beim Gründercoaching kümmert sich eine professionelle Person, meistens als Coach bezeichnet, um die Beratung eines Existenzgründers.

Der Coach gibt in dem Zusammenhang Anleitungen, erteilt Ratschläge und hilft seinen Kunden bei der Gründung des Unternehmens oder dem Schritt in die Selbstständigkeit.

Kennzeichnend für ein gutes Gründercoaching ist, dass der jeweilige Coach Erfahrungen hat und bestimmte Qualifikationen besitzt. Zudem sollte er sehr individuell auf die Bedürfnisse seiner Kunden eingehen können, da es zum Beispiel in verschiedenen Branchen unterschiedliche Anforderungen an die Selbständigkeit gibt.

Am Ende eines erfolgreichen Coachings zur Existenzgründung steht meistens ein Businessplan, der die Existenzgründung dokumentiert.

 

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Welche Inhalte hat ein Gründercoaching?

Je nach Art des Gründercoachings gibt es durchaus abweichende Inhalte. Die meisten Anbieter haben ihr Gründercoaching allerdings in bestimmte Phasen unterteilt, die wie folgt aussehen können:

  • Informationen zur gesamten Gründung sammeln
  • Analyse der geplanten Gründung
  • Handlungsempfehlungen nebst Beratung
  • Kontinuierliche Betreuung des Gründers
  • Hilfe bei Formalitäten
Zusammengefasst zielt ein Gründercoaching darauf ab, den entsprechenden Existenzgründer fit für den Schritt in die Selbstständigkeit und die Gründung seines Unternehmens zu machen. Dabei gibt der Gründercoach zahlreiche Hilfestellungen, sodass Existenzgründer einiges dazulernen und für den späteren Alltag mitnehmen können.

Welche Ziele hat ein Gründercoaching?

Das wesentliche Ziel eines Gründercoachings besteht darin, dass es am Ende einen guten Businessplan gibt. Darüber hinaus soll der Gründer dazulernen und vor allem sollen typische Fehler während der Gründungsphase möglichst verhindert werden.

Ein weiteres Ziel des Gründercoaching kann darin bestehen, dass der Existenzgründer weiß, wie er passende Finanzierungen – zum Beispiel seitens der Bank – am besten realisieren kann. Dazu geben die Gründercoaches Tipps, wie eine möglichst optimale Ansprache bei Banken zu erfolgen hat.

Gründercoaches Deutschland: Welche Coaching-Anbieter existieren am Markt?

Das Coaching im Bereich Existenzgründung wird von verschiedenen Seiten aus angeboten. Am Markt existiert eine ganze Reihe von Gründercoaches, die sich zum Teil deutlich nach Branche oder auch Region unterscheiden können.

Oftmals handelt es sich bei den Gründercoaches um Unternehmensberater, die über entsprechende Erfahrungen und Qualifikationen verfügen. In vielen Fällen sind die Gründungsberater für sogenannte Bildungsträger tätig.

Alternativ gibt es die Möglichkeit, sich selbst zertifizieren zu lassen. Neben den rein privaten Gründercoaches gibt es darüber hinaus in verschiedenen Institutionen eine Gründungsberatung, wie zum Beispiel:

  • Jobcenter und Arbeitsagentur
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Bei den meisten dieser Institutionen ist ein Gründercoaching mit einer Förderung verbunden, sodass der Existenzgründer oft nur einen kleinen Teil der Kosten selbst tragen muss. Eines der bekanntesten Beispiele für eine im Zusammenhang mit dem Gründercoaching angebotene Finanzierung ist der ERP-Gründerkredit StartGeld, der seitens der KfW zur Verfügung gestellt wird.

Wie lange dauert ein Gründercoaching?

Wie lange ein Gründercoaching im Detail dauert, hängt von mehreren Faktoren ab. Als Erstes ist natürlich die Institution zu nennen, welche die Gründungsberatung durchführt.

Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die sich letztendlich darauf auswirken können, über welchen Zeitraum sich das Gründercoaching erstreckt, nämlich:

  • Branche
  • Erfahrungen des Gründers
  • Komplexität der Gründung
  • Rechtliche Anforderungen an die Gründung
In den meisten Fällen erstreckt sich ein Gründercoaching auf durchschnittlich zehn bis 40 Stunden. Die meisten Experten raten dazu, dass sich das Gründercoaching auf mindestens 20 Stunden erstrecken sollte. Anschließend können die Existenzgründer davon ausgehen, dass sie viele wichtige Inhalte vermittelt bekommen haben.

Förderungsmöglichkeiten Gründercoaching

Die sogenannte Existenzgründungsberatung, wie das Gründercoaching ebenfalls häufig genannt wird, wird seitens des Staates gefördert. Mitunter kann sich die Förderung sogar auf bis zu 100 Prozent der anfallenden Kosten erstrecken.

Wichtig
Zu unterscheiden ist in der Regel, ob bereits eine Gewerbeanmeldung erfolgt ist oder noch nicht. Bevor eine Gründung erfolgt oder ein Gewerbeschein beantragt wurde, gibt es insbesondere auf Länderebene mehrere Förderprogramme für Gründercoaching.

Soll eine Beratung nach der Gewerbeanmeldung in Anspruch genommen werden, ist oftmals das Förderprogramm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ seitens des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine sehr gute Option. Die BAFA Förderung im Bereich der Gründungsberatung kann in erster Linie von den folgenden Unternehmen und Selbstständigen beantragt werden:

  • StartUps
  • Etablierte Existenzgründungen
  • Firmen in Schwierigkeiten
Die Höhe des Zuschusses für das entsprechende Gründercoaching ist in erster Linie davon abhängig, welche maximalen Beratungskosten es als Bemessungsgrundlage gibt und ebenso davon, an welchem Standort die Gründung des Unternehmens stattfinden soll. In der Regel werden bis zu 80 Prozent der anfallenden Kosten gefördert.

Wie finde ich den passenden Coach für die Gründerberatung?

Gründercoaching ist in der heutigen Zeit ein echter Trend. Leider hat das für potenzielle Existenzgründer den Nachteil, dass es durchaus eine Reihe von Beratern gibt, die weder über ausreichendes Know-how und Qualifikationen noch über Erfahrungen verfügen.

Daher ist es durchaus wichtig, sich damit zu beschäftigen, wie man den optimalen Coach für die Gründungsberatung findet. Zu diesem Zweck gibt es einige Fragen, die beim Finden eines Gründercoaches geeignet sein können:

  • Besitzt der Berater eine Zertifizierung als Gründungscoach?
  • Ist der Berater für eine anerkannte Institution tätig?
  • Ist das erste Beratungsgespräch kostenfrei?
  • Macht der Gründungsberater einen kompetenten Eindruck?
  • Besitzt der Coach auch Erfahrungen und Know-how in der Branche, in der das neue zu gründende Unternehmen beheimatet sein wird?
  • Ist mir der Gründungsberater sympathisch?
Der zuletzt aufgeführte Aspekt sollte nicht unterschätzt werden. Ein erfolgreiches Gründercoaching ist durchaus in gewissen Teilen davon abhängig, ob die Chemie zwischen dir und dem entsprechenden Gründercoach stimmt. Zudem helfen die weiteren Fragen dabei, im Bereich der Gründungsberatung die Spreu vom Weizen zu trennen.

Für wen eignet sich ein Gründercoaching?

Die Gründungsberatung ist in erster Linie für Personen geeignet, die zum ersten Mal ein Unternehmen gründen oder sich selbstständig machen möchten. Das sind in erster Linie Gründer als Privatpersonen sowie junge Unternehmen, die sich innerhalb der Startphase befinden.

Aber auch Gründer, die in der Vergangenheit vielleicht schon einmal ein Unternehmen ins Leben gerufen haben, jedoch dennoch einige Fragen haben, sollten durchaus auf ein Gründercoaching zurückgreifen.

Welche Kosten gibt es beim Gründercoaching?

Welche Kosten für eine Gründungsberatung anfallen, ist sehr vom jeweiligen Anbieter abhängig.

Bei privat tätigen Coaches, die nicht für eine bestimmte Institution arbeiten, gibt es oftmals Pauschalbeträge. Du zahlst dann zum Beispiel für ein Gründercoaching mit einer Dauer von 10 Stunden 500 Euro. Alternativ gibt es auch Gründercoaches, die auf Stundenhonorar-Basis arbeiten.

Im optimalen Fall trägst du für das entsprechende Gründercoaching allerdings gar keine Kosten. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn du einen sogenannten Aktivierungsgutschein seitens der Agentur für Arbeit besitzt. Aber auch bestimmte Landesförderprogramme beinhalten ein kostenfreies Gründercoaching, von dem du ohne Eigenanteil profitieren kannst.

Fehler vermeiden durch Gründercoaching

Im Idealfall gelingt es dir, durch das in Anspruch genommene Gründercoaching Fehler im Rahmen der Existenzgründung zu vermeiden. Daher kann sich die Gründungsberatung definitiv lohnen und sich sogar in bare Münze verwandeln.

Zudem bereitet dich der Gründercoach auf die anschließende Selbstständigkeit vor, zu der er dir wichtige Hinweise und Tipps geben kann. Im optimalen Fall bist du durch das Gründercoaching bestens vorbereitet und es passieren keine größeren Fehler, die insbesondere bei erstmaligen Gründern in der Praxis durchaus häufig an der Tagesordnung sind.

Fazit zum Gründercoaching

Insbesondere für erstmalige Gründer ist es häufig sinnvoll, ein Gründercoaching in Anspruch zu nehmen. In vielen Fällen werden die Kosten in großem Umfang übernommen, sodass keine größeren Ausgaben entstehen.

Sehr gut geeignet sind zumeist die Gründungsberatungen verschiedener Institutionen, wie zum Beispiel des BAFA. Auch privat tätige Gründungsberater können gute Hilfestellungen geben. Du solltest dir dann allerdings ein Bild über die entsprechenden Erfahrungen und Qualifikationen des Beraters machen.

 

Photo by Javier Sierra on Unsplash