Existenzgründung: Unser großer Ratgeber für deine Gründung

Eine Existenzgründung ist für zahlreiche Menschen in Deutschland eine gute Chance, sich beruflich unabhängig zu machen. Auf der einen Seite ist die Gründung mit verschiedenen Chancen verbunden, auf der anderen Seite bestehen allerdings ebenso Risiken. Zudem sind zahlreiche Punkte zu beachten, damit die Gründung möglichst erfolgreich verläuft.

In unserem großen Ratgeber zum Thema Existenzgründung gehen wir auf zahlreiche Punkte ein, die im Zusammenhang mit der Gründung von Bedeutung sind. So erfährst du zum Beispiel, aus welcher Situation heraus du gründen kannst, welche Kosten mit einer Existenzgründung verbunden sind und welche Formalitäten du zwingend erledigen musst.

Existenzgründung: Eine große Aufgabe für Gründer

Die Existenzgründung ist in vielen Fällen unbestritten eine große Aufgabe, vor der sich Gründer zwar nicht fürchten sollten, aber dennoch Respekt haben müssen. Die Voraussetzungen für eine Gründung sind teilweise von Branche zu Branche sehr unterschiedlich. Zuerst solltest du dich fragen, ob du tatsächlich ein Unternehmertyp bist und du mehr Vor- als Nachteile darin siehst, zukünftig dein eigener Chef zu sein und somit keine Anweisungen mehr von anderen zu empfangen.

Vor der Gründung solltest du dir unter anderem die folgenden Fragen stellen, damit du herausfinden kannst, ob die Gründung eines Unternehmens tatsächlich deinen Vorstellungen und auch deinen Eigenschaften entspricht:

Checkliste für angehende GründerInnen

  • Warum möchte ich mich selbstständig machen?
  • Soll die Existenzgründung alleine oder mit anderen durchgeführt werden?
  • Welche Rechtsform ist die beste?
  • Habe ich das für die Gründung benötigte Kapital?
  • Habe ich bereits eine gute Geschäftsidee?
  • Bin ich mir der Nachteile einer Existenzgründung und der Selbstständigkeit bewusst?

 

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Existenzgründung: Aus welcher Situation heraus?

Vor der Existenzgründung gibt es unterschiedliche Situationen, aus denen heraus vielleicht auch du dir überlegst, die Gründung eines Unternehmens anzugehen oder dich als Einzelperson selbstständig zu machen. Für gewöhnlich sind es die folgenden Situationen, aus denen heraus eine Existenzgründung stattfindet:

  • Abhängiges Beschäftigungsverhältnis
  • Arbeitslosigkeit
  • Ende des Studiums
  • Ende der Ausbildung
  • Bisherige Nebentätigkeit

Auf diese unterschiedlichen Voraussetzungen und Grundlagen für eine Existenzgründung möchten wir im Folgenden etwas näher eingehen.

Arbeitsplatz kündigen und gründen

Die ideale Voraussetzung für eine Gründung ist insbesondere ein fester Arbeitsplatz, den du auch weiterhin ausüben könntest. Der Vorteil besteht darin, dass es in dem Fall keinen zeitlichen Druck für deine Gründung gibt, falls du an deinem Arbeitsplatz nicht extrem unzufrieden sein solltest.

Gerade deshalb solltest du dir diesen Schritt sehr genau überlegen. Die Kündigung eines Arbeitsplatzes ist mit dem Risiko verbunden, dass du anschließend – falls notwendig – nicht so schnell wieder einen neuen Job bekommst.

Vorteilhaft ist allerdings, dass du die Gründung auch über einen längeren Zeitraum gut vorbereiten kannst, da dir aus der abhängigen Beschäftigung heraus ein Einkommen zur Verfügung steht. Eine Existenzgründung, die nicht aus der Not heraus geschieht, wird unter anderem auch von Banken positiver eingeschätzt.

Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus

Nicht wenige Existenzgründungen finden statt, weil die entsprechende Person bis dato arbeitslos ist und keinen Job findet oder vielleicht keine abhängige Beschäftigung mehr eingehen möchte.

In diesem Fall steht unter bestimmten Voraussetzungen seitens der Agentur für Arbeit der sogenannte Gründungszuschuss zur Verfügung. Dieser kann von Arbeitslosen beantragt werden, die sich selbstständig machen möchten und noch für einen bestimmten Zeitraum Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben. Für nicht wenige Arbeitslose ist die Existenzgründung durchaus eine Chance, dauerhaft einer festen Tätigkeit nachzugehen.

Um den Gründungszuschuss zu erhalten, sind allerdings einige Voraussetzungen zu erfüllen:

Hinweise zum Gründungszuschuss

  • Existenzgründung muss zu einer hauptberuflichen Selbstständigkeit führen
  • Langfristiger Erfolg der beruflichen Selbstständigkeit muss wahrscheinlich sein
  • Es existiert ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I für einen Zeitraum von mindestens noch 150 Tage
  • Fachkundige Stelle, beispielsweise IHK, muss die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells bestätigen

Unter diesen Voraussetzungen wird der Gründungszuschuss im ersten Schritt über einen Zeitraum von sechs Monaten gezahlt. Die Höhe orientiert sich am vorherigen Arbeitslosengeld I. Nach Ablauf der sechs Monate ist es möglich, eine Verlängerung von weiteren neun Monaten zu erhalten. Dann bekommst du allerdings nur noch einen Gründungszuschuss von monatlich 300 Euro.

Existenzgründung nach Ende der Ausbildung oder eines Studiums

Für nicht wenige junge Menschen ist die Selbstständigkeit und somit das Gründen der Traumjob, den sie nach Abschluss des Studiums oder einer Ausbildung realisieren möchten. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich bereits während des Studiums bzw. während der Ausbildung darüber Gedanken zu machen, in welcher Form und Branche die Existenzgründung stattfinden soll.

Auf staatliche Unterstützung wie den Gründungszuschuss kannst du jedenfalls nicht zählen, wenn du dich direkt nach dem Abschluss eines Studiums oder der Ausbildung selbstständig machen möchtest. Die größte Herausforderung ist zu diesem Zeitpunkt im Leben meist die Finanzierung, da man noch wenig Gelegenheit hatte, selbst Eigenkapital anzusparen. Banken, Crowdfunding, aber vor allem auch die eigene Familie können hier bei der Existenzgründung unterstützen.

Existenzgründung: Was sind die wichtigsten Grundlagen?

Vor dem Gründen solltest du dir einen Plan erstellen, welche Grundlagen wichtig sind, in welchen Bereichen du Informationen einholen musst oder Maßnahmen ergriffen werden sollen. In dem Zusammenhang gibt es einige Formalitäten, die bei nahezu jeder Existenzgründung zu erfüllen sind, sodass tatsächlich das Aufstellen eines Plans empfehlenswert ist. Dieser könnte zum Beispiel die folgenden Elemente enthalten:

Fahrplan für deine Existenzgründung

  • Entwicklung der Geschäftsidee
  • Erstellen eines Businessplans
  • Falls notwendig: Einholen von Genehmigungen und Markenrechte eintragen
  • Optimale Gesellschaftsform wählen
  • Eröffnung von Konten, Abschluss von Versicherungen und Abschluss notwendiger Verträge
  • Anmeldung bei Behörden, beispielsweise beim Finanzamt
  • Marketing-Maßnahmen planen
  • Entwerfen der eigenen Corporate Identity (CI)

An erster Stelle deines Plans sollte natürlich das Entwickeln der Geschäftsidee stehen, welche die Grundlage für die anschließende Existenzgründung ist. Eine Gründung ist nur dann erfolgreich, wenn du mit deinem Business am Markt bestehen kannst. Daher gehört es zum Entwickeln der Geschäftsidee dazu, die Tragfähigkeit deiner zukünftigen Selbstständigkeit möglichst genau zu analysieren.

Ebenfalls wichtig ist die Wahl der für dich am besten passenden Gesellschaftsform / Unternehmensform. Möchtest du als Einzelperson selbstständig oder freiberuflich tätig sein? Oder möchtest du ein Unternehmen gründen, Mitarbeiter einstellen und zukünftig weiter wachsen?

In Verbindung mit dem Entwickeln der Geschäftsidee und der Wahl der Unternehmensform steht das Thema Corporate Identity. Dies beinhaltet vor allem, dass du ein bestimmtes Bild von deinem Unternehmen entwickelst, welches so auch in der Öffentlichkeit präsentiert werden kann. Branding, Erstausstattung, PR, bis hin zu SEO und SEM – all das gehört ebenfalls schon während der Existenzgründung bedacht.

Genehmigungen von Behörden einholen

In vielen Branchen ist es vorgeschrieben, dass vor Beginn der Selbstständigkeit bestimmte Genehmigungen eingeholt werden müssen. Dazu zählt in vielen Fällen zum einen die Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit beim Finanzamt oder die Gewerbeanmeldung, falls du als Selbstständiger einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen möchtest.

Bei verschiedenen Gesellschaftsformen ist es zudem notwendig, einen Gesellschaftsvertrag zu erstellen, beispielsweise bei einer GmbH. Für bestimmte Branchen gibt es weitere Zulassungen und Genehmigungen, die vorliegen müssen. Dies betrifft zum Beispiel manche Handwerks-Leistungen, bei denen es den sogenannten Meisterzwang gibt. Ebenfalls weitere Genehmigungen brauchen zum Beispiel Gastronomen (z.B. Ausschankgenehmigung) oder auch Apotheker sowie Personen, die eine Existenzgründung im Lebensmittelbereich durchführen möchten.

Idee zur Existenzgründung fehlt: Franchise als Alternative?

Häufiger möchten in Deutschland Menschen gründen und sich selbstständig machen, es fehlt jedoch an der zündenden Idee. Das ist durchaus verständlich, denn die meisten Dienstleistungen und viele andere Geschäftstätigkeiten gibt es bereits am Markt.

In einer solchen Situation kann ein Franchise-System eine gute Alternative darstellen. Hier schließt du dich einem bekannten Unternehmen an und profitierst von einem bereits existierenden Markennamen sowie einem erprobten Geschäftskonzept. In der Praxis gibt es deutlich mehr Franchise-Systeme, als du vielleicht bisher vermuten würdest. Typische Branchen, in denen ein solches Franchise-System häufig zu finden ist, sind zum Beispiel:

  • Gastronomie (Restaurantketten)
  • Bekleidungsbranche
  • Lebensmittel- oder Tierfachgeschäfte

Die Marken Burger King, McDonald’s oder Fressnapf sind nur einige bekannte Unternehmen, die größtenteils auf Franchising basieren. Du könntest also beispielsweise einen McDonald’s Betrieb eröffnen und vom gesamten Hintergrund profitieren, bist aber dein eigener Chef. Der große Vorteil von Franchise-Systemen ist, dass du auf die Erfahrungen des gesamten Unternehmens setzen und Verbindungen aufgrund des existierenden Netzwerkes nutzen kannst.

Welche Form der Existenzgründung wählen?

Bei der Existenzgründung lässt sich nicht nur zwischen verschiedenen Branchen unterscheiden, sondern auch danach, wo und wie der spätere Geschäftsbetrieb stattfinden soll. In der Hinsicht lassen sich insbesondere die folgenden Varianten unterscheiden:

  • Vollerwerbsgründung mit eigenem Unternehmensstandort
  • Aufbau mehrerer Geschäftsstellen
  • Business wird ausschließlich von Zuhause aus betrieben
  • Mischung zwischen Online- und Offline-Business

Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich heutzutage für eine Existenzgründung, bei der die Tätigkeit ausschließlich online stattfindet. Das kann zum Beispiel das Betreiben eines Onlineshops sein, das Anbieten verschiedener Dienstleistungen wie Services oder auch der freiberufliche Webdesigner, der vom heimischen PC aus arbeitet.

Andere Personen wiederum möchten direkten Kontakt zu Kunden haben oder eigene Filialen betreiben. Hier solltest du dir überlegen, welche Form der Existenzgründung und spätere Geschäftstätigkeit deinen Zielen und auch deinen Charaktereigenschaften am besten dazu verhilft, möglichst erfolgreich am Markt tätig zu sein.

Businessplan für die Existenzgründung von großer Bedeutung

Das wohl wichtigste Dokument, welches du im Zuge deiner Existenzgründung anfertigen solltest, ist der Businessplan. Zwar gibt es keine gesetzliche Vorschrift, die Gründer dazu verpflichtet, einen solchen Geschäftsplan zu erstellen. Dennoch ist der Businessplan sowohl für dich selbst als auch für deine Außendarstellung von enormer Tragweite.

Zunächst einmal profitierst du beim Erstellen des Geschäftsplans bereits davon, dass du dir über manche Dinge klar wirst und deine Geschäftsidee teilweise sogar noch weiter entwickeln kannst. Du wirst faktisch durch das Erstellen des Businessplans dazu “gezwungen”, dich mit den einzelnen Details deiner Gründung und des gesamten Geschäftsbetriebes auseinanderzusetzen.

Darüber hinaus ist der Businessplan ebenfalls wichtig, um in der Außendarstellung Anderen die Chance zu geben, sich ein möglichst gutes Bild zu deiner Gründung und deinem Business zu machen. Somit ist der Geschäftsplan beispielsweise wichtig, wenn du bei Banken einen Kredit beantragst, Investoren suchst oder Geschäftspartnern dein Unternehmen mit dessen Zahlen und Daten vorstellen möchtest.

Auf der einen Seite gibt es zwar keine Vorschrift, wie ein Businessplan im Detail aussehen muss. Auf der anderen Seite sehen allerdings die meisten Geschäftspläne von der Struktur und dem Aufbau her relativ ähnlich oder sogar identisch aus. Optimalerweise sollte der Geschäftsplan insbesondere die folgenden Bausteine beinhalten:

Bausteine für deinen Businessplan

  1. Zusammenfassung
  2. Geschäftsidee
  3. Unternehmensorganisation
  4. Unternehmerteam
  5. Finanzplan
  6. Realisierungsfahrplan
  7. Wettbewerbssituation / Mitbewerber
  8. Chancen und Risiken des Business
  9. Fazit / Zusammenfassung

In der Regel hat der Businessplan einen Umfang zwischen 20 bis 40 DIN-A4 Seiten. Wichtig zu beachten ist, dass der Geschäftsplan einerseits alle wichtigen Daten, Zahlen und Fakten enthält, auf der anderen Seite aber auch nicht zu langatmig wird.

Die passende Gesellschaftsform finden

Ein weiterer Punkt, über den du dir schon vor der Existenzgründung Gedanken machen musst, ist die Wahl der für dich richtigen Gesellschaftsform. Wenn du bereits weißt, dass du kein Unternehmen im weiteren Sinne gründen möchtest, sondern völlig alleine arbeiten willst, dann kommt entweder die Solo-Selbstständigkeit oder auch die Freiberuflichkeit für dich infrage.

Freiberufler führen genauso wie Gewerbetreibende eine Existenzgründung durch, allerdings bezieht sich die Freiberuflichkeit meistens nur auf bestimmte Branchen bzw. Berufe. Dazu gehören beispielsweise Ärzte, Architekten, Notare sowie Rechtsanwälte, Journalisten und einige andere Tätigkeiten, die für gewöhnlich freiberuflich sind.

Solltest du ein Gewerbe betreiben und die Selbstständigkeit alleine durchführen, handelt es sich um eine sogenannte Solo-Selbstständigkeit. Mitunter kommt in diesem Fall auch eine weitere Gesellschaftsform infrage, nämlich die offene Handelsgesellschaft (OHG).

Insbesondere unter der Voraussetzung, dass dein Unternehmen kurz nach der Gründung oder einige Zeit später wachsen soll und du Mitarbeiter einstellen möchtest, kommen meistens noch weitere Gesellschaftsform infrage. Dazu zählen insbesondere:

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • GmbH & Co. KG
  • UG
  • KG
  • GbR

Letztendlich solltest du dich mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen der Gesellschaftsform beschäftigen, um eine gute Entscheidung treffen zu können, welche Unternehmensform für dich die meisten Vorteile beinhaltet.

Existenzgründung durchführen: Diese Teilbereiche sind wichtig

Nachdem du dir vor der Gründung zu den aufgeführten Punkten Gedanken gemacht hast, kann es so langsam an die eigentliche Gründung gehen. Den Start machen in der Regel Behördengänge und Anmeldungen, die teilweise abhängig von der Branche gesetzlich vorgeschrieben sind. Die Schritte der eigentlichen Existenzgründung lassen sich oftmals in die folgenden Rubriken einteilen:

9 Schritte für die Existenzgründung

  1. Anmeldungen durchführen und Genehmigungen einholen
  2. Geschäftskonto eröffnen
  3. Versicherungen abschließen
  4. Suche nach Büro- bzw. Geschäftsräumen
  5. Verträge anfertigen
  6. Suche nach Mitarbeitern
  7. Buchhaltung organisieren
  8. AGB erstellen
  9. Webseite einrichten

Mit einigen dieser Punkte möchten wir uns noch etwas näher beschäftigen, denn manche Bestandteile des Gründungsprozesses sind durchaus etwas erklärungsbedürftig.

Anmeldungen durchführen und Genehmigungen einholen

Insbesondere in manchen Branchen musst du vor Beginn der Gründung eine Anmeldung durchführen bzw. Genehmigungen seitens der Behörden einholen. Solltest du ein Gewerbe haben, ist es beispielsweise notwendig, dieses zunächst anzumelden und somit die Zustimmung des Gewerbeamtes einzuholen.

Meistens ist das problemlos möglich, denn nur in begründeten Fällen darf das Gewerbeamt die Anmeldung deines Unternehmens untersagen. Beachte zudem, dass du ausschließlich als Gewerbetreibender oder Unternehmen eine Anmeldung beim Gewerbeamt durchführen muss.

Freiberufler haben diese Pflicht nicht, sondern müssen lediglich beim Finanzamt einen Fragebogen ausfüllen, indem die freiberufliche Tätigkeit angegeben wird.

Darüber hinaus ist oftmals noch eine weitere Anmeldung notwendig, wie zum Beispiel für Gewerbebetriebe bei der Industrie- und Handelskammer oder Handwerker müssen sich bei der zuständigen Handwerkskammer anmelden.

Ferner ist das Anmelden von Mitarbeitern in der Berufsgenossenschaft wichtig und ebenso bei der Sozialversicherung, falls du nicht nur als einzelner Freiberufler oder Solo-Selbstständiger tätig sein möchtest.

Eröffnung eines Geschäftskontos als Basis für den Zahlungsverkehr

Nicht nur Privatpersonen benötigen ein Girokonto, auf dem beispielsweise das Gehalt gebucht wird. Fast noch wichtiger ist ein Bankkonto für Unternehmer und Selbstständige. Hier solltest du darauf achten, ein Geschäftskonto zu eröffnen und sofort die Angebote der verschiedenen Banken hinsichtlich der Konditionen miteinander zu vergleichen.

Darüber hinaus solltest du dir bereits Gedanken darüber machen, wer das Geschäftskonto nutzen darf und ob du dir seitens der Bank sofort eine Kreditlinie einsteuern lassen möchtest. Dazu benötigst du allerdings eine gewisse Bonität. Nicht alle Kreditinstitute sind dazu bereit, einem neu gegründeten Unternehmen sofort auf dem Geschäftskonto einen Kontokorrentkredit zur Verfügung zu stellen.

Abschluss verschiedener Versicherungen empfehlenswert

Ebenfalls ein wichtiger Baustein im Zuge einer Existenzgründung ist die Absicherung. Neben privaten Versicherungen, die du vermutlich bereits besitzt, solltest du dich darüber informieren, welche Versicherungen für dein neu gegründetes Unternehmen von Bedeutung sind.

Mit der Gründung treten nun zusätzliche Risiken auf, die du unbedingt absichern solltest. Daher kommen für Freiberufler, Selbstständige und Unternehmen insbesondere die folgenden Versicherungsarten infrage:

  • Geschäftsinhalte- bzw. Firmenversicherung
  • Gebäudeversicherung (falls eigene Immobilien existieren)
  • Hausratversicherung
  • Inventarversicherung
  • Betriebs-Rechtsschutzversicherung
  • IT-Versicherung
  • Betriebs- oder Berufshaftpflichtversicherung
  • Vermögenshaftpflichtversicherung

Darüber hinaus kann es wichtig sein, dass du als Privatperson noch weitere Versicherungen abschließt. Dazu gehört beispielsweise die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Selbstständigen und Freiberuflern dringend zu empfehlen ist, da diese oftmals nicht mehr in die gesetzliche Rente einzahlen.

Apropos gesetzliche Rente: Über eine private Altersvorsorge solltest du dir ebenfalls unbedingt Gedanken machen. Ferner ist es notwendig, dass du dich für eine Krankenversicherung entscheidest. Als Selbstständiger hast du normalerweise die Wahl zwischen einer privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung.

In der folgenden Tabelle haben wir noch einmal zusammengefasst, was es mit den einzelnen Bestandteilen und Aufgaben der Existenzgründung auf sich hat:

Bestandteile der Existenzgründung Was ist zu tun – Kurzbeschreibung
Gesellschaftsform festlegen Oftmals abhängig von der Gründerzahl bzw. Größe des Unternehmens
Anmeldungen durchführen Insbesondere beim Gewerbeamt, eventuell Handelsregister und Finanzamt
Businessplan erstellen Sollte vor allem Marktsituation beschreiben, eigenes Geschäft, Finanzplan
Suche nach Büro- und Geschäftsräumen Überlegung, ob Büro bzw. Räume gemietet, gepachtet oder gekauft werden
Geschäftskonto eröffnen Angebote vergleichen und über Kreditlinie nachdenken
Versicherungen abschließen insbesondere Betriebshaftpflicht, Firmenversicherung, Inventarversicherung
Verträge anfertigen zum Beispiel für Geschäfte mit Geschäftspartnern, Kunden, Banken
Suche nach Mitarbeitern Anzeigen im Internet, Zeitungen, Headhunter optional
IT organisieren (Buchhaltung etc.) Hard- und Software anschaffen, intern strukturieren, eigene Abteilung?
AGBs und Webseite erstellen Online-Auftritt heute sehr wichtig, inkl. Social-Media-Auftritte
Marketing-Maßnahmen optimal ist Marketing auf verschiedenen Offline- und Online-Kanälen
Geschäftseröffnung Offizielle Eröffnung / Feier organisieren

Hilfen bei der Existenzgründung: Förderungen erleichtern den Weg

In Deutschland gibt es für Gründungen einige Förderungen, die beansprucht werden können. Abgesehen vom bereits erwähnten Gründungszuschuss, der allerdings nur dann abrufbar ist, falls du aus der Arbeitslosigkeit heraus gründest, gibt es noch einige weitere Förderungsmöglichkeiten.

Du solltest daher im Detail prüfen, ob für deine Existenzgründung die ein oder andere Förderung infrage kommt. Insbesondere die folgenden Förderungen existieren von mehreren Seiten aus:

  • KfW-Förderdarlehen für Existenzgründer (KfW-Startgeld)
  • Förderungen von Bund und Ländern
  • Beratungsförderung für die Gründung
  • Förderprogramme einzelner Kommunen, Städte und Gemeinden
  • Förderkredite der Landesbanken

Insgesamt gibt es also eine Reihe von Fördermöglichkeiten, die sich explizit auf die Gründung von Unternehmen beziehen. Im Zweifelsfall informierst du dich bei deiner Stadt oder Gemeinde, welche Förderungen für dich infrage kommen können.

An die passende Finanzierung denken

In den meisten Fällen lässt sich eine Gründung mit den anfallenden Kosten nicht allein aus vorhandenem Eigenkapital heraus abdecken. Daher sind Fremdfinanzierungen oft an der Tagesordnung. Hier solltest du unbedingt einen Vergleich der Angebote durchführen.

Gerade in der Gründungszeit kommt es teilweise auf jeden Euro an, den du vielleicht an der einen oder anderen Stelle einsparen kannst. Wenn es um die Suche nach der passenden Finanzierung geht, dann stehen insbesondere die folgenden Optionen zur Verfügung:

Mögliche Finanzierung einer Existenzgründung

  • Bankkredite
  • Förderdarlehen
  • Crowdfunding
  • Ausgabe von Anleihen oder Aktien
  • Beteiligungen

Die letzten zwei Finanzierungsmöglichkeiten, nämlich Beteiligungen sowie die Ausgabe von Anleihen oder Aktien, sind allerdings eher etwas für größere Unternehmen, da sie mit durchaus erheblichen Kosten verbunden sind.

Für einzelne Existenzgründer, also in erster Linie Selbstständige und Freiberufler, kommen vor allem die drei zuerst genannten Finanzierungen infrage, nämlich der Bankkredit, die bereits angesprochenen Förderdarlehen und vor allem das Crowdfunding.

Dieses ist in den letzten Jahren bei immer mehr Existenzgründern beliebt geworden, denn in diesem Fall findet eine bankenunabhängige Finanzierung statt. Über entsprechende Plattformen verleihen Privatpersonen an den Gründer Geld, was teilweise einen Vorteil gegenüber dem Bankkredit sein kann.

Welche Kosten gibt es bei der Existenzgründung?

Eine Gründung ist naturgemäß immer mit Kosten verbunden. Ganz wichtig ist das Startkapital, von dem beispielsweise das anzuschaffende Inventar finanziert wird oder auch die ersten Mieten für Büros oder sonstige Geschäftsräume.

Je nach Branche und Geschäft kann das Startkapital zwischen wenigen Tausend bis in den fünf- oder sogar sechsstelligen Eurobereich hineinreichen.

Neben der Erstausstattung, zu der unter Umständen auch bereits die Anschaffung von Waren, Gütern und Materialien zählt, sind insbesondere die fortlaufenden Kosten zu beachten. Dazu gehören beispielsweise die laufende Miete für Geschäftsräume und natürlich die Personalkosten, wenn du bereits Mitarbeiter einstellen möchtest. Ebenfalls mit in die Kalkulation müssen Bankkosten und Versicherungsprämien fließen, was ferner für Strom und sonstige Nebenkosten gilt.

Marketing als wichtige Maßnahme vor, in und nach der Gründungsphase

Die beste Geschäftsidee nützt wenig, wenn du zu Beginn der Existenzgründung nicht zumindest bereits ein paar Kunden für dich und dein Unternehmen gewinnen konntest. Daher ist das Marketing bereits vor, während und nach der Existenzgründung von enormer Bedeutung.

In deinem Business- und Finanzplan solltest du daher unbedingt ein gewisses Budget für Marketingmaßnahmen einkalkulieren, die auf ganz unterschiedlichen Wegen stattfinden können. Typische Kanäle für das Marketing von Existenzgründern sind insbesondere:

  • Verteilen von Flyern
  • Anzeigen in Lokalzeitungen
  • Anzeigen in Fachzeitschriften
  • Webseite
  • Social-Media Kanäle
  • Mund-zu-Mund Propaganda (Freunde, Kollegen, Geschäftspartner)
  • Messen und Ausstellungen

Ziel aller Marketingmaßnahmen muss sein, dass möglichst viele potentielle Kunden von deinem neuen Business erfahren. Dabei solltest du zwar einerseits Werbung machen, allerdings auf der anderen Seite nicht übertrieben und unseriös wirken.

Fazit, Tipps und Tricks für die erfolgreiche Existenzgründung

In unserem Beitrag hast du schon zahlreiche interessante Informationen erhalten, was im Rahmen einer Existenzgründung und in der Vorbereitungsphase zu beachten ist. Diese Fülle an Informationen möchten wir noch einmal übersichtlich geordnet in Tipps zusammenfassen, die dir dabei helfen können, deine geplante Existenzgründung so erfolgreich und problemlos wie möglich zu gestalten.

  • Mache dir Gedanken über deine Fähigkeiten und leite daraus eine mögliche Geschäftsidee ab
  • Überlege, ob die Selbstständigkeit tatsächlich deinem Naturell entspricht
  • Fertige unbedingt einen Businessplan an und lasse dir dazu ausreichend Zeit dafür
  • Betreibe Marktforschung, um so festzustellen, ob es für dein Produkt oder deine Dienstleistung überhaupt einen ausreichenden Markt gibt
  • Stelle einen Finanzplan auf, in dem sämtliche erwartete Einnahmen und Kosten gegenübergestellt werden
  • Hole dir Hilfe und Informationen bei kostenlosen Beratungsstellen, Geschäftspartnern und Bekannten
  • Führe – wenn möglich – Umfragen durch, die zeigen, wie dein Angebot voraussichtlich am Markt ankommen wird
  • Vergesse nicht, notwendige Anmeldungen durchzuführen und Genehmigungen einzuholen
  • Kümmere dich frühzeitig um die passende Finanzierung, insbesondere um benötigte Investitionen und Fremdkapital
  • Denke auch an die Absicherung deines Unternehmens, denn manche Versicherungen sind dringend zu empfehlen
  • Im Idealfall hast du einen Plan B, falls die Gründungsphase und die erste Zeit danach nicht wie geplant verlaufen
Wenn du diese Ratschläge beherzigt, bist du dem Ziel zur erfolgreichen Existenzgründung und womöglich zu einer später weiterhin erfolgreichen Geschäftstätigkeit einen großen Schritt näher gekommen!

 

Bildquelle: Unsplash.com / Fabio Rodrigues