Woran scheitert die Mehrzahl der Startups?

Warum müssen Startups in ihrer Mehrzahl schon nach kurzer Zeit wieder aufgeben? Die Ursachen sind vielfältig, doch sind die folgenden Aspekte besonders häufig für das Scheitern von Existenzgründungen verantwortlich.

Aus diesen 10 Gründen scheitern Startups:

1. Unzureichendes Eigenkapital

Jede Existenzgründung bedarf liquider Mittel, um die notwendigen Investitionen vorzunehmen und die in der Anlaufphase anfallenden Kosten abzudecken. Weitere Mittel benötigt der Existenzgründer, um den eigenen Lebensunterhalt und den der Familie abzusichern. Für die Beantragung von Fremdmitteln sind Eigenkapital und andere Sicherheiten meist Bedingung.

2. Finanzierungsfehler

Existenzgründer unterschätzen häufig ihren Kapitalbedarf, andererseits überschätzen sie die zu erwartenden Umsätze. So kann ein junges Unternehmen bereits bei Überschreitung des Zahlungsziels durch wichtige Kunden in Turbulenzen geraten. Erweist sich das Fremdkapital im Verlauf der Zeit als unzureichend, zeigen sich die Kapitalgeber bei der erhofften Erhöhung der Kreditlinien oftmals zugeknöpft.

3. Fehleinschätzung des Marktes für die eigene Geschäftsidee

Existenzgründer rechnen aufgrund ihrer Geschäftsidee meist mit einer größeren Nachfrage oder einem schnelleren Absatz ihrer Produkte oder Dienstleistungen als es dann tatsächlich eintritt. Für den angestrebten Markterfolg sind vielfältige Werbemaßnahmen mit oft unerwartet langer Vorlaufzeit erforderlich. Außerdem schätzen sie die Widerstands- und Reaktionsfähigkeit ihrer Konkurrenz mitunter falsch ein.

4. Unzureichende kaufmännische Kenntnisse und andere Qualifikationsmängel

Existenzgründer sind fachlich meist sehr bewandert, aber ihnen fehlen kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Auch die eigene Branchen- und Vertriebserfahrung reicht für die neue Selbstständigkeit häufig nicht aus. Aufgrund der unternehmerischen Defizite werden insbesondere finanzielle Geschäftsrisiken nicht rechtzeitig erkannt und korrigiert.

5. Mängel im Businessplan und andere Planungsfehler

Bei der Erstellung des Businessplans werden Risiken von Existenzgründern leicht übersehen oder bewusst ausgeblendet und mit sehr optimistischen Planzahlen hantiert. Ihr Ziel ist es, Banken und andere Geldgeber von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Wird der Businessplan nicht der realen Entwicklung angepasst, lassen sich Startups leicht von den eigenen Planzahlen in die Irre führen.

6. Probleme im familiären Umfeld

Existenzgründern müssen weit über die schwierige Startphase hinaus ein hohes Maß an Engagement und Zeit für ihre Geschäftsentwicklung aufbringen. Dieser Arbeitseinsatz führt fast zwangsläufig zu einer zeitweisen Vernachlässigung der Familie. Nicht immer kommen Lebenspartner und Kinder mit dieser Belastung zurecht. Manchmal müssen Jungunternehmer dann zwischen Familie und Selbstständigkeit wählen.

7. Überschätzung der persönlichen und betrieblichen Leistungsfähigkeit

Da Existenzgründer in ihrem beruflichen Werdegang nur selten unternehmerische Erfahrung sammeln konnten, neigen sie zu Fehleinschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung und der persönlichen Fähigkeiten. Berauscht von der frisch gewonnen unternehmerischen Freiheit oder ihrer genialen Geschäftsidee leben sie über ihre Verhältnisse und geraten unversehens in finanzielle Schieflagen.

8. Konflikte innerhalb des Gründerteams

Wichtige Synergien können sich ergeben, wenn sich mehrere Existenzgründer zur Gründung eines gemeinsamen Unternehmens entschließen. Das Unternehmen kann in der Rechtsform einer Personen- oder Kapitalgesellschaft gegründet werden. Erbitterte Rechtsstreitigkeiten sind vielfach die Folge, wenn die notwendige vertragliche Absicherung der Gründergesellschafter eines Startups vernachlässigt wird.

9. Fehlende Innovationsfähigkeit

Viele Existenzgründer machen die Erfahrung, dass die anfangs erfolgreiche Entwicklung plötzlich ins Stocken oder sogar in einen Abwärtsstrudel gerät. Oft reagieren die Jungunternehmer mit Panik und diversifizieren überstürzt ihre Geschäftstätigkeit, womit sie sich nur zusätzlich verzetteln. Tatsächlich haben jene Unternehmen die besten Chancen, die frühzeitig ihr Innovationspotenzial erkennen und gezielt zu nutzen verstehen.

10. Negative äußere Einflüsse

Nicht immer haben Existenzgründer sämtliche Faktoren im Blick, die sich auf ihr Unternehmen auswirken können. Unerwartete Veränderungen im Kaufverhalten, schwindende Kaufkraft, umwälzende Technologien, neue Mitbewerber, abrupte Trendwechsel u.v.m. können selbst ein erfolgreich gestartetes Unternehmen in der Existenz gefährden, wenn nicht zuvor ausreichende Rücklagen gebildet wurden.

 

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